Alles über Zauber Bartl

Zauber Bartl in Hamburg war das erste Zaubergeschäft, das ich kennenlernte und bei dem ich als Jugendlicher per Post einkaufte. Jahrelang ging fast mein gesamtes Taschengeld für Requisiten und Tricks drauf, die zumeist “komplett, jedoch ohne Tuch” geliefert wurden. (Sollte ich jemals ein Buch über mein Zauberleben schreiben, wird das Kapitel über Zauberhändler genau diese Zeile als Überschrift erhalten!)

Birgit Bartl-Engelhardt, die Enkelin von Rosa und János Bartl, hat vor über zehn Jahren damit begonnen, deren magische Geschichte zu erforschen und zu schreiben. Im August erscheint nun das über 200 Seiten starke Werk Die Bartl-Chronik Hamburg 1910-1998 im Großformat und mit diversen Beilagen im Verlag Magische Welt von Wittus Witt. (Ein wunderbarer Fernsehbeitrag über Rosa Bartl von 1968 lässt sich übrigens hier betrachten.)

Bartl

Mit dem Buch wird sicher eine wichtige Lücke in der deutschen Zaubergeschichte geschlossen. Über die im gleichen Atemzug zu nennenden Händler Carl Willmann und F.W. Conradi-Horster liegen ja bereits seit einigen Jahren Monografien vor (die ebenfalls von Verwandten verfasst wurden – von John Willmann bzw. Waldemar Horster).

Offiziell wird das Bartl-Buch am 21. August um 18 Uhr mit einer Lesung der Autorin in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky vorgestellt. Vorbestellungen sind ab sofort bei Wittus Witt zum Subskriptionspreis von 56,50 Euro plus Versand möglich. Ab August beträgt der reguläre Buchpreis dann 65,50 Euro plus Versand.

Meine Bestellung ist abgeschickt!


 

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Flipping through Grandmother’s Necklace’s History

Beim jüngsten Treffen der Zaubersammler und -historiker der Stiftung Zauberkunst gab es eine Fülle interessanter Vorträge, oft garniert mit Trickvorführungen. So referierte Hollands Altmeister Fl!p trotz Hexenschuss ausführlich in englischer Sprache über die Geschichte und vielen Variationen von “Grandmother’s Necklace”, das sich bereits 1584 bei Reginald Scot findet. Später kam die Variante “Cords of Phantasia” (der deutsche Titel ist mir leider entfallen) von Ottokar Fischer hinzu. Auch Wittus Witt steuerte spontan auf der Bühne eine Routine bei. Ob Perlenbefreiung, Hals- oder Stuhldurchdringung – das Prinzip erweist sich in der historischen Zusammenschau als sehr vielfältig einsetzbar. Fl!p sprach aber auch die Herausforderung an, aus dem mitunter langatmigen Procedere eine flüssige, unterhaltsame Präsentation zu machen.

Hierzu kam mir gleich die schräge Routine des überhaupt schrägen britischen Kinderzauberers POZ in den Sinn, die dieser 1976 in seinem Seminarheft “POZ-itive Kid’s Magic” recht knapp unter dem Titel “Batman Trick” beschrieben hatte: Hier wird nicht der gängige Zauberstab oder Kochlöffel in die Seile gesteckt, sondern eine Dynamitstange (!), mit der zwei Übeltäter, die “Hässlichen Schwestern”, Batmans gefesselten Assistenten Robin in die Luft sprengen wollen (!!!). POZ schrieb dazu aber seinerzeit schon selbst: “Now I’m not suggesting that you could use this today, but in 1966/7 it went a bomb.”

Ich würde heute gerne mal eine Vorführung dieser Routine in einem Waldorf-Kindergarten sehen…


 

Markige Worte

Kürzlich hatte ich die Ehre, beim “Sammlertreffen 2019” der Stiftung Zauberkunst einen Vortrag über mein Spezialgebiet “Magische Briefmarken” halten zu dürfen. So “close-up” zwischen Szene-Größen wie z.B. Magic Christian und Fl!p, Wittus Witt und Christian Knudsen, Reinhard Müller und Peter Rawert fühlt man sich schon ein bisschen wie ein Schwammball… Aber ich wurde sehr freundlich aufgenommen und habe viele neue Kontakte knüpfen können.

Mit etwas Glück entsteht bis Jahresende sogar eine kleine Publikation rund um die zauberhaften Markenmotive aus aller Welt.

Hier ein Ausschnitt einer Collage aus den 50er Jahren aus den Räumen der Stiftung Zauberkunst – mit einer Kongressmarke aus Wien (IMK 1958), die ich derzeit tatsächlich noch nicht in meiner Sammlung habe:

SK IMK