Antreten zum Tuchschwenken!

Ist das nicht ein wundervolles Bild? Preußischer Zauberdrill in F.W.C. Horsters “Akademie für magische Kunst”, vermutlich vom Anfang des letzten Jahrhunderts.

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“Ach-tung, meine Herren! Und jetzt im Gleichschwung: Präää-sen-tiert das FOU-LARD!!!”

Allerdings frage ich mich, ob der junge Herr vorne links der Kursleiter ist oder etwa ein undisziplinierter Nonkonformist, der schon eine Lektion weiter ist und am Tuch-verschwinden mittels Revolver arbeitet?!

Ich entnehme das Bild dem Buch Der Zauberer und sein Enkel: F. W. Conradi-Horster. Aus der Lebensgeschichte des Magiers von Waldemar Hans Horster, das ich kürzlich gelesen habe (und das es in einer günstigen Kindle-Version bei Amazon gibt). Extrem detailreich und empfehlenswert!


 

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Fertige Finger: 2x 25 Jahre

Ein doppeltes Jubiläum steht im Juni an: Dann ist es unglaubliche 25 Jahre her, dass die Münchner Zauberwoche in einem Schwabinger Kellertheater ihren Anfang nahm, und in dieser magisch-chaotischen Ursuppe formte sich auch die meisterliche Truppe der Fertigen Finger!

Gefeiert wird dies vom 25. bis 29. Juni, inzwischen im Theater Drehleier in München. Nähere Informationen zum Programm und Kartenreservierungen gibt es hier.

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Ausstellung zur “Lust der Täuschung”

Die Wahrheit ist nicht irgendwo da draußen, sondern stets nur in unserem Gehirn. Wir glauben, was wir sehen; aber wir sehen auch, was wir zu sehen glauben. Viele Täuschungen beruhen auf den Grenzen unserer Wahrnehmung, weil diese entweder fehlerhaft, selektiv oder schlichtweg bequem ist. Nicht nur die Zauberkunst macht sich diese Schwächen zu Nutzen, sondern auch die bildende Kunst. Man denke etwa an optische Täuschungen, zum Beispiel vermeintliche Tiefenwirkungen auf zweidimensionaler Fläche oder sogenannte “Trompe l’oeils” (wörtlich: Augentäuschungen) – das sind täuschend echt gemalte Bilder, die eine nicht existente Realität vorgaukeln. Bei der unten stehenden letzten Abbildung etwa ist alles gemalt – die Holztür, die Weintrauben, ja selbst die Schnur und der Nagel!

“Lust der Täuschung” nennt sich sehr passend eine große Ausstellung, die nach München nun bis zum 30. Juni in Aachen im Ludwig Forum zu sehen ist. Sie schlägt gekonnt den Bogen von antiker Kunst bis zu heutigen Virtual-Reality-Darstellungen. Georges Méliès ist übrigens auch mit Werken vertreten!

Ich habe die Ausstellung in München gesehen und kann einen Besuch nur wärmstens empfehlen!


 

European Magic History Conference 2019 in Vienna

Magic Christian and his team will be hosting the European Magic History Conference (EMHC)  2019 for magicians, historians, collectors, and connoisseurs. It will take place in Vienna, Austria from 22nd to 25th of August this year.

Vienna was and still is a lively center of magic, so you can experience the glorious past and present of magic there with many interesting talks, lectures, and special events. I am sure it will be worthwhile! My registration is in.

The conference fee is 250 Euros until April 2019, after that it will be 280 Euros. You can register by sending a mail to Christian Stelzel at magicchristian@chello.at.

More details to come soon on the EMHC website.

EMHC


 

20th Anniversary of France’s Maison de la Magie

Blois

This comes a bit late, but I’m going to mention it anyhow because more people should know about it. Last year, the Magic Museum of Blois, France celebrated its 20th anniversary. Its full name reads “Maison de la Magie Robert-Houdin Blois”, and it was established in appreciation of Jean Eugène Robert-Houdin, commonly and affectionately known as “the father of modern magic” (which is at least partly true), in his hometown of Blois.

The museum does not only feature the life and art of Robert-Houdin; it covers magic’s rich history as well as automata and props. Harry Houdini, both Houdin’s epigone and nemesis, is portrayed here as well. Outside, every half hour a huge mechanical dragon with six heads makes his appearance at the museum’s windows. In addition, there are regular live performances of magicians plus special exhibitions inside. The next one will feature “Optical Fascinations”, starting on April 6th and running until September 22nd.

On occasion of the 20th anniversary, several magical “zero Euro” souvenir bills (the latest hoot for currency collectors) have been issued in 2018, one of them featuring Robert-Houdin in front of the Museum:

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For more information on the Maison de la Magie (in English and French), click here.

Deutschsprachige Informationen gibt es hier.


 

An Expert at the Card Table

KapsCards

Like many others, I tend to judge Fred Kaps as the best all-around magician I have ever seen. No matter which objects he manipulated, it always looked incredibly smooth and effortless. The impression was enhanced by his likeable persona and the joy – and sometimes astonishment – which he radiated. A shame and a big loss that he passed away so early. But his magic and his legend will live on at least for another couple of decades.

Here’s some rare old TV footage that shows Kaps in his prime in an informal card session. It’s in Dutch, but you will certainly get the magic. Watch the video over on YouBurp and enjoy!


 

Zeitzeugen von Kalanag und Gloria für Buchprojekt gesucht

Im Frühjahr 2020 soll endlich eine in Zauberkreisen bereits gespannt erwartete Biografie von Helmut Schreiber-Kalanag erscheinen. Verfasser ist der Journalist und Buchautor Dr. Malte Herwig. Beim Sammlertreffen 2019 las er jüngst aus seinem Manuskript und führte viele Fachgespräche.

Derzeit sucht er noch Zeitzeugen, die mit Kalanag und/oder Gloria de Vos (alias Anneliese Voss) in Kontakt standen oder solche Mitmenschen kennen, die im Besitz entsprechender Briefe oder Dokumente sind oder die etwas über Anita/Angela Ferrari wissen, Kalanags Partnerin nach der Trennung von Gloria.

Malte ist zu erreichen unter malte.herwig [at] gmail.com.

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Jaks, Lesley, Punx

Wie Perkeo in seinem Account bei einer Online-Auktionsplattform schreibt, widmet er sich nach der zuletzt erfolgten Veröffentlichung über Stanley Jaks bereits zwei weiteren Projekten: In den nächsten Jahren sollen auch Ted Lesley und Punx mit entsprechenden Büchern über ihr Leben und Werk gewürdigt werden.

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Spione, Tricks und Täuschung

In Berlin, der Welthauptstadt der Spione in der Zeit des Kalten Krieges, gibt es seit einiger Zeit ein Spionagemuseum. Die umfassende, schön aufbereitete und teils interaktive Sammlung informiert von Geheimschriften der Antike bis zur ausgefeilten Spionagetechnik der Stasi in der DDR. Auch ein Exemplar der berühmten deutschen Verschlüsselungsmaschine Enigma ist hier zu bestaunen. Unter den Exponaten zum Zweiten Weltkrieg befinden sich auch Spielkarten für Kriegsgefangene (offenbar keine Originale, sie sahen ziemlich neu aus), zwischen deren Kartonschichten sich Landkarten als Hilfe für eine Flucht verbargen. (Mehr darüber gibt es hier und hier zu lesen, allerdings auf englisch).

Ein Besuch ist absolut empfehlenswert! Zudem bietet der Museumsshop coole Spielsachen (neudeutsch: Gadgets) für kleine und große Spione an.


 

Flipping through Grandmother’s Necklace’s History

Beim jüngsten Treffen der Zaubersammler und -historiker der Stiftung Zauberkunst gab es eine Fülle interessanter Vorträge, oft garniert mit Trickvorführungen. So referierte Hollands Altmeister Fl!p trotz Hexenschuss ausführlich in englischer Sprache über die Geschichte und vielen Variationen von “Grandmother’s Necklace”, das sich bereits 1584 bei Reginald Scot findet. Später kam die Variante “Cords of Phantasia” (der deutsche Titel ist mir leider entfallen) von Ottokar Fischer hinzu. Auch Wittus Witt steuerte spontan auf der Bühne eine Routine bei. Ob Perlenbefreiung, Hals- oder Stuhldurchdringung – das Prinzip erweist sich in der historischen Zusammenschau als sehr vielfältig einsetzbar. Fl!p sprach aber auch die Herausforderung an, aus dem mitunter langatmigen Procedere eine flüssige, unterhaltsame Präsentation zu machen.

Hierzu kam mir gleich die schräge Routine des überhaupt schrägen britischen Kinderzauberers POZ in den Sinn, die dieser 1976 in seinem Seminarheft “POZ-itive Kid’s Magic” recht knapp unter dem Titel “Batman Trick” beschrieben hatte: Hier wird nicht der gängige Zauberstab oder Kochlöffel in die Seile gesteckt, sondern eine Dynamitstange (!), mit der zwei Übeltäter, die “Hässlichen Schwestern”, Batmans gefesselten Assistenten Robin in die Luft sprengen wollen (!!!). POZ schrieb dazu aber seinerzeit schon selbst: “Now I’m not suggesting that you could use this today, but in 1966/7 it went a bomb.”

Ich würde heute gerne mal eine Vorführung dieser Routine in einem Waldorf-Kindergarten sehen…