Boschs Gaukler auf einer Briefmarke

Bosch

Erst kürzlich stieß ich in einem älteren Fachbeitrag auf diese magische Marke, die 2001 im afrikanischen Staat Mosambik herausgegeben wurde. Sie zeigt natürlich das berühmte, um 1500 entstandene Gemälde “Der Gaukler” von Hieronymus Bosch – allerdings mit zwei Eigenheiten: Zum einen erscheint das Bild hier gespiegelt, d.h. anders als im Original steht der Vorführer links und das Publikum rechts. Zum anderen ist das Bild auf der Seite des Publikums aus unerfindlichen Gründen beschnitten. So wird der Betrachter der Marke um den Anblick eines Taschendiebes gebracht (womöglich ein Komplize des Taschenspielers?), der eine staunende Zuschauerin gerade um ihren Geldbeutel erleichtert…

Die Marke ist Teil eines Blocks mit sechs Bosch-Motiven.

Mehr Lektüre zu magischen Briefmarken gibt es hier, hier und hier.


 

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European Magic History Conference 2019 in Vienna

Magic Christian and his team will be hosting the European Magic History Conference (EMHC)  2019 for magicians, historians, collectors, and connoisseurs. It will take place in Vienna, Austria from 22nd to 25th of August this year.

Vienna was and still is a lively center of magic, so you can experience the glorious past and present of magic there with many interesting talks, lectures, and special events. I am sure it will be worthwhile! My registration is in.

The conference fee is 250 Euros until April 2019, after that it will be 280 Euros. You can register by sending a mail to Christian Stelzel at magicchristian@chello.at.

More details to come soon on the EMHC website.

EMHC


 

20th Anniversary of France’s Maison de la Magie

Blois

This comes a bit late, but I’m going to mention it anyhow because more people should know about it. Last year, the Magic Museum of Blois, France celebrated its 20th anniversary. Its full name reads “Maison de la Magie Robert-Houdin Blois”, and it was established in appreciation of Jean Eugène Robert-Houdin, commonly and affectionately known as “the father of modern magic” (which is at least partly true), in his hometown of Blois.

The museum does not only feature the life and art of Robert-Houdin; it covers magic’s rich history as well as automata and props. Harry Houdini, both Houdin’s epigone and nemesis, is portrayed here as well. Outside, every half hour a huge mechanical dragon with six heads makes his appearance at the museum’s windows. In addition, there are regular live performances of magicians plus special exhibitions inside. The next one will feature “Optical Fascinations”, starting on April 6th and running until September 22nd.

On occasion of the 20th anniversary, several magical “zero Euro” souvenir bills (the latest hoot for currency collectors) have been issued in 2018, one of them featuring Robert-Houdin in front of the Museum:

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For more information on the Maison de la Magie (in English and French), click here.

Deutschsprachige Informationen gibt es hier.


 

Pieces of Strange: The Amazing Zhus

Obviously, rabbits and bunnies do have an edge over mice in magic. However, I have just come across a little toy mouse on an auction platform that runs around, makes annoying sounds (both battery-powered) and is able to perform some magic (magician-powered). That is, if you decide to buy some extra props like the Sword Box below. That’s The Amazing Zhus, and until now I had never come across it.

Sure, it’s not Tenyo, but the secret mechanism here isn’t bad either (even though far from perfect). Maybe this will become a collector’s item in the future. Any thoughts?

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Vielfältiges Sammlerglück

“Sammler sind glückliche Menschen”, soll Goethe ja einmal gesagt haben. Aber stimmt das denn wirklich? Sind wir nicht eigentlich die meiste Zeit über unglücklich, gehetzt, frustriert, weil wir bestimmte Sammlerstücke einfach nicht finden, uns nicht leisten können oder sie uns der verdammte @$%&§! wieder einmal vor der Nase weggeschnappt hat?!

Nach einigem Nachdenken bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass wir zwar nicht automatisch glücklich sind, nur weil wir sammeln, aber dass uns das Sammeln doch regelmäßig verschiedenste Glücksmomente beschert. Hier sind sie!

Die acht Glücksmomente des Sammlers

  1. Entdecken: Du findest ein neues oder auch ein schon lange begehrtes Objekt, zum Beispiel auf einem Zauberflohmarkt oder auf einer Auktionsplattform.
  2. Erwerben: Du erwirbst das Objekt der Begierde bzw. erhältst den Zuschlag dafür.
    3 – 2 – 1 – deins!
  3. Erhalten: Du bekommst dein neues Schätzchen überreicht oder per Post zugestellt. Es ist jedes Mal ein bisschen wie Weihnachten.
  4. Einsortieren: Du reihst das neue Objekt stolz in deine Sammlung ein.
  5. Komplettieren: Besonders schön: Du komplettierst mit diesem Stück deine Sammlung oder zumindest eine bestimmte Serie!
  6. Besitzen: Du erfreust dich beim Betrachten an deinem neuen Besitz. Meins, meins, meins!
  7. Spielen: Du nimmst das edle Becherspiel oder den alten Tenyo-Trick aus dem Zauberschrank und spielst liebevoll damit herum.
  8. Zeigen, Tauschen, Fachsimpeln: Du tauschst dich unter Gleichgesinnten aus, zum Beispiel auf einem Sammlertreffen.

Könnt Ihr noch weitere Glücksmomente entdecken? Dann lasst es mich gerne wissen!

Fleck Jaks
Glückliche Menschen unter ihresgleichen: Andreas Fleckenstein und…
MüllerKart
…Reinhard Müller bei ihren Vorträgen jüngst beim Sammlertreffen 2019.

 

Flipping through Grandmother’s Necklace’s History

Beim jüngsten Treffen der Zaubersammler und -historiker der Stiftung Zauberkunst gab es eine Fülle interessanter Vorträge, oft garniert mit Trickvorführungen. So referierte Hollands Altmeister Fl!p trotz Hexenschuss ausführlich in englischer Sprache über die Geschichte und vielen Variationen von “Grandmother’s Necklace”, das sich bereits 1584 bei Reginald Scot findet. Später kam die Variante “Cords of Phantasia” (der deutsche Titel ist mir leider entfallen) von Ottokar Fischer hinzu. Auch Wittus Witt steuerte spontan auf der Bühne eine Routine bei. Ob Perlenbefreiung, Hals- oder Stuhldurchdringung – das Prinzip erweist sich in der historischen Zusammenschau als sehr vielfältig einsetzbar. Fl!p sprach aber auch die Herausforderung an, aus dem mitunter langatmigen Procedere eine flüssige, unterhaltsame Präsentation zu machen.

Hierzu kam mir gleich die schräge Routine des überhaupt schrägen britischen Kinderzauberers POZ in den Sinn, die dieser 1976 in seinem Seminarheft “POZ-itive Kid’s Magic” recht knapp unter dem Titel “Batman Trick” beschrieben hatte: Hier wird nicht der gängige Zauberstab oder Kochlöffel in die Seile gesteckt, sondern eine Dynamitstange (!), mit der zwei Übeltäter, die “Hässlichen Schwestern”, Batmans gefesselten Assistenten Robin in die Luft sprengen wollen (!!!). POZ schrieb dazu aber seinerzeit schon selbst: “Now I’m not suggesting that you could use this today, but in 1966/7 it went a bomb.”

Ich würde heute gerne mal eine Vorführung dieser Routine in einem Waldorf-Kindergarten sehen…


 

Houdini’s alive in New York

Recently, on the occasion of a business trip, I had a chance to revisit the tiny, but wonderful Houdini Museum of New York. It is located right within Roger Dreyer‘s Fantasma Magic store, hidden now at 213 West 35th Street, 4th floor. Roger is an avid collector and a super nice guy. He is also a great salesman, so beware: He may make you want magical…uumm…things from his many shelves and boxes!

On display are a sub trunk, an escape coffin, posters and handcuffs, the famous robot from one of Houdini’s movies, an original bust from his gravesite (on loan from the Society of American Magicians), and many other paraphernalia. Hard to escape their timeless magic!


 

Not about Christmas

No, you do not have to double-check your watch or your calendar! It ain’t Christmas yet. But recently I went to a place that felt like a mixture of Christmas and Heaven to me: to Germany’s biggest second hand dealer of magic items, sic!, in this country’s secret magic epicenter, Nottuln-Appelhülsen. (Have fun trying to pronounce this if you’re not German!)

Here are just a few snapshots from their marvellous store (or storage, rather). Enjoy!

By now you may have guessed it: Those are not Christmas tree balls, but a whole box of Zombie balls! And “Nachwachsende Blumen” are, oh wonder!, “grow-again flowers”! Isn’t it magical?


 

Markige Worte

Kürzlich hatte ich die Ehre, beim “Sammlertreffen 2019” der Stiftung Zauberkunst einen Vortrag über mein Spezialgebiet “Magische Briefmarken” halten zu dürfen. So “close-up” zwischen Szene-Größen wie z.B. Magic Christian und Fl!p, Wittus Witt und Christian Knudsen, Reinhard Müller und Peter Rawert fühlt man sich schon ein bisschen wie ein Schwammball… Aber ich wurde sehr freundlich aufgenommen und habe viele neue Kontakte knüpfen können.

Mit etwas Glück entsteht bis Jahresende sogar eine kleine Publikation rund um die zauberhaften Markenmotive aus aller Welt.

Hier ein Ausschnitt einer Collage aus den 50er Jahren aus den Räumen der Stiftung Zauberkunst – mit einer Kongressmarke aus Wien (IMK 1958), die ich derzeit tatsächlich noch nicht in meiner Sammlung habe:

SK IMK


 

Gerne nach Werne!

Zugegeben, Werne liegt ein bisschen weit ab vom Schuss, wenn man nicht gerade im Ruhrgebiet lebt. Ein Besuch in dem beschaulichen Städtchen lohnt sich aber für Zauberfreunde allemal, denn derzeit ist im Stadtmuseum eine ebenso umfassende wie kompetent und liebevoll zusammengestellte Ausstellung rund um die Zauberkunst zu bestaunen (allerdings nur noch bis zum 24. Februar!)

SK Plakat Werne

Hinter “Magische Momente” stehen die rührigen Zauberer, Sammler und Bewahrer Uwe Schenk und Michael Sondermeyer mit ihrer jüngst gegründeten Stiftung Zauberkunst.

Hier noch ein paar kleine Eindrücke aus der Ausstellung. Hingehen und ansehen!