Words and Thoughts on Wonder

Speaking of interviews, science magician and professional speaker Dr. Matt Pritchard from the UK runs a fine, scholarly website which I have been pointed to only very recently. In his own words, the site’s concept is quite simple:

I interview a host of creatives, magicians and scientists about their work and how they cultivate & share wonder. They are all people who have inspired me in my own work or just made me go “Wow!”

The 70+ interviews are a treasure trove of interesting people with fascinating ideas or areas of expertise. Advice: Do not only hunt for the magicians! (But make sure to read R. Paul Wilson.)

Highly recommended!

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Website Screenshot

 

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Im Interview: Thomas Fraps

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Zauberer mit Hirn: Thomas Fraps (Bild: Gerald Huber)

Hallo, Thomas! Das Jubiläum „25 Jahre Zauberwochen“ in München liegt seit ein paar Wochen hinter dir und deinen Mitstreitern. Wie lief es denn so?

Thomas Fraps: Sehr gut! Wir hatten drei fast ausverkaufte Abende, unter anderem mit Guy Hollingworth und David Sousa als Special Guests und mit vielen Fertigen Fingern, die sich ja auch vor 25 Jahren zusammengefunden haben in der Ursuppe des Kellertheaters, das es mittlerweile leider nicht mehr gibt. Ein immenser Wasserschaden im Sommer 2017 und ein schwieriges Verhältnis mit dem Vermieter, der den Vertrag mit dem Pächter einfach nicht erneuert hat, haben dazu geführt, dass der Raum nach fast 40 Jahren jetzt nur noch ein Keller ist, ohne Theater.

Wer oder was war denn dein persönliches Highlight, aktuell und auch aus den 25 Jahren?

Oh, das ist schwer zu sagen, sicher aber, dass wir zum 20-jährigen Jubiläum Mac King für zwei Abende als Stargast der Zauberwoche engagieren konnten, und ebenso die Tatsache, dass vorher auch schon “Kollegen” wie Richard McDougall, Noel Britten, David Williamson, Max Maven, Gary Kurtz – zwei Mal! –, Juan Tamaríz und viele andere im Keller als Stargäste ein Soloprogramm gespielt haben. Und das auch noch zu “Freundschaftskonditionen” aufgrund persönlicher Bekanntschaften im Lauf der Jahre, meist durch unsere Auftritte als Fertige Finger. Die Jungs wussten also, aus welcher Ecke die Anfrage kam und worauf sie sich einlassen – plus natürlich die Münchner Biergärten als Bonusargument!

Daneben bietet Ihr beim Magic Monday auch immer wieder dem Nachwuchs eine Bühne…

Ja, es gibt viele junge Kollegen, die die monatlichen Termine nutzen oder genutzt haben, zum Beispiel als eine weitere Auftrittsmöglichkeit vor den Deutschen Meisterschaften. Thommy Ten und Amelie oder Luke Dimon etwa haben 2013 jeden Magic Monday mitgemacht, um an ihren Nummern zu arbeiten und um die kreative Ursuppe zu nutzen, die da seit 1994 köchelt. Wir wiederum als Gastgeber haben dafür tolle Nummern im Programm.

Im Fall von Luke Dimon fiel mir in einer Anmoderation übrigens plötzlich auf, dass er ja noch gar nicht geboren war, als wir zum ersten Mal die Magic Mondays veranstaltet haben! Da steht man dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge vor schmunzelndem Publikum.

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Oh ja, tempus fugit! Dennoch, wie geht es denn 2020 und darüber hinaus weiter?

Wir zaubern einfach weiter, solange Zuschauer kommen, und versuchen die Magic Mondays weiterhin als Kreativlabor zu nutzen, also die Ursprungsidee fortzuführen: gemeinsam aufzutreten und sich gegenseitig Feedback zu geben, um Nummern oder Charaktere weiterzuentwickeln.

Du hast es erwähnt, zeitgleich mit dem Jubiläum der Zauberwochen gab es auch noch die sicher feucht-fröhlichen 25 Jahre Fertige Finger-Feierlichkeiten (FFFFF). Bei Paaren nennt man das Silberhochzeit oder Silberjoch – wie fühlt sich das in eurer offenen Gruppen-Beziehung an, außer vergänglich?

Das war ein schöner, gelungener Abend, zumal es auch mein 52. Geburtstag war! Wir haben einen der Abende des 25-jährigen Jubiläums offiziell als Fertige Finger gespielt und alte Team-Nummern reaktiviert, die wir zum letzten Mal 2015 im Magic Castle gespielt hatten.

Natürlich hat es auch nostalgische Anklänge, da wir alte Nummern wieder gebracht haben und aufgrund der anderen Lebensphasen wie vor 20, 25 Jahren. Wir haben einfach aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mehr so viel freie Zeit für’s Proben, Rumspielen und Improvisieren wie damals. Entsprechend hatten wir auch nur ein paar Stunden am Nachmittag Zeit für die Proben und die “Rekonstruktion” der Nummern. Aber es war schön zu erleben, dass diese Nummern und wir als Team immer noch gut funktionieren.

Wo seht Ihr euch denn zum 50. Geburtstag? Große Gichtige Griffel-Matinee um 11 Uhr, direkt nach dem Mittagessen, im Ruhesaal des Geriatrikon in Baden-Baden? Oder doch noch einmal Magic Castle?

Alles zusammen! Ich kann es nicht genau sagen, aber schön wäre es natürlich, mit 77 Jahren nochmal einen gemeinsamen Auftritt vor ausverkauftem Haus hinzustellen und dazu ein paar neue Nummern im Gepäck zu haben…

Gibt es aktuell gemeinsame neue Pläne der Finger, auf die wir uns freuen können? Apps, Podcasts, Instagram-Stories, Netflix-Serien oder dergleichen?

Momentan reichen dafür leider die Zeit und Energie nicht aus, um alle Kollegen so zu synchronisieren, dass es kontinuierlich zu Treffen und Proben kommen könnte. Ich habe die (Chaos-)Truppe ja stets als “Zeigefinger” organisiert, und es gelingt immer mal wieder, die Kollegen für ein Spezialprojekt oder eben ein Jubiläum zusammenzurufen, aber das bedarf langer Vorlaufzeit und ist vor allem immer ein Freundschafts- und Hobbyprojekt, das aber organisatorisch fast professionellen Zeit- und Organisationsaufwand bedeutet. Diese Freizeit, die in meinem Fall dafür übrig war, ist jetzt seit einigen Jahren mit meiner Familie und ganz besonders mit meinem Sohn Max ausgefüllt.

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Noch ein ganz anderes Thema, Thomas. Du befasst dich seit Jahren auch intensiv mit der Verbindung von Hirnforschung und Zauberkunst. Was gibt es Neues aus dem Täuschungszentrum im Hirn zu berichten?

Auch hier bin ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr so eingebunden wie früher und auch an keinem Experiment mehr beteiligt, verfolge aber die Aktivitäten weiter, so gut es geht. 2017 war ich als Keynote-Redner auf der ersten „Science of Magic“-Konferenz in London eingeladen, zur zweiten in Chicago in diesem Jahr habe ich es als reiner Besucher leider nicht geschafft.

Es gibt viele Veröffentlichungen in Form von wissenschaftlichen Fachartikeln mit Peer Review, die im Netz zu finden sind, und ein populärwissenschaftliches Buch von Gustav Kuhn, das gerade erschienen ist, Experiencing the Impossible. Sehr zu empfehlen für jeden, der wissen will, was da genau getrieben wird mit der Zauberkunst im Labor! Wirklich neue Erkenntnisse gibt es aus meiner Sicht allerdings für uns Zauberer noch nicht.

Teller hatte vor Jahren mal in der Hoffnung, etwas für die Zauberkunst zu lernen, mit Hirnforschern zusammengearbeitet, aber dann enttäuscht wieder aufgegeben. Man findet seinen Artikel dazu im Netz. Ich halte den Dialog zwischen Zauberkunst und Wissenschaft für wichtig und auf lange Sicht auch fruchtbar. Doch das ist sicher individuell sehr unterschiedlich. Ich denke, wir verstehen dadurch besser, auf welchen Wahrnehmungsmechanismen manche unserer Finten und psychologischen Techniken beruhen. Es hilft auch, ein tieferes theoretisches Verständnis dafür zu bekommen, vorausgesetzt, man ist überhaupt daran interessiert.

Sollte sich nicht jeder ernsthafte Zauberer hiermit auseinandersetzen?

Es ist für eine gute Vorführung oder Kreativität in der Zauberkunst nicht existenziell erforderlich. Um eine hinkende Metapher zu verwenden: Es hilft Ahnung zu haben von der Funktionsweise eines Motors, wenn man Rennen fahren will oder ein neues Auto bauen oder das eigene Auto im Alltag plötzlich Probleme macht. Aber natürlich kann man auch ein sehr guter Autofahrer sein ohne zu wissen, wie der Motor funktioniert, bzw. anderen die Reparatur überlassen.

Als Künstler ist ein intuitives Verständnis oft wichtiger als technische, psychologische oder wissenschaftliche Details, in denen man sich auch verlieren kann. Juan Tamaríz, David Berglas oder Derren Brown sind ja auch komplett ohne diese “Zauberwissenschaft” ausgekommen, ganz im Gegenteil, sie haben psychologische Werkzeuge entdeckt und Methoden für ihre Kunststücke selbst entwickelt, die die Wissenschaftler jetzt für ihre Zwecke untersuchen, um mehr über unsere Denk- und Wahrnehmungsmechanismen zu lernen. So gesehen lernt die Wissenschaft momentan noch mehr von der Zauberkunst als umgekehrt.

Mit deinem Wissen in diesem boomenden Zweig der Forschung: Welche menschliche Eigenschaft oder Unzulänglichkeit, die Täuschungen begünstigt, fasziniert dich eigentlich am meisten?

Da gibt es eigentlich keinen Favoriten oder Einzelfall, sondern es ist genau der Sachverhalt an sich, den du ansprichst, der mich am meisten fasziniert. Die Tatsache, dass Wissen nicht vor Täuschung schützt, dass die Evolution diese “Fehlwahrnehmungen” noch nicht ausgemerzt hat, sondern im Gegenteil die Fähigkeit zu täuschen fester Bestandteil der Evolution ist und zum Beispiel im Fall der Tiertarnung das Überleben ermöglicht. Die Fähigkeit unserer Wahrnehmung, ein und dieselben Sinnesdaten flexibel zu interpretieren und offen zu sein für alternative Möglichkeiten, ermöglicht es uns dann eben auch – ungefährliche – künstlerische Illusionen zu erleben.

Die Zauberkunst wiederum stellt hier für mich die schönste Anwendung dar, denn sie ist nicht einfach nur eine Illusion, die uns zum Beispiel parallele Linien als schief sehen oder einen Gorilla bei einem Basketballspiel übersehen lässt. Die Zauberkunst lässt uns etwas als real sehen und fühlen, das uns unser Verstand als „unmöglich“ meldet.

Und meine Vermutung ist, dass – egal welchen Wissenstand wir in 100 oder 1000 Jahren haben werden – die Zauberkunst immer möglich sein wird. Also Szenarien und Choreographien zu erschaffen, die uns unmögliche Illusionen erleben und im Idealfall fassungslos staunen lassen. Als Profi ist beruhigend zu wissen, dass die Grundlage unseres Berufes, Menschen zum Staunen zu bringen, auch für die nächsten Jahrhunderte gesichert ist.

Vielen Dank für das Gespräch, Thomas, und dir und den Fertigen Fingern weiterhin viel Erfolg!

(Interview: Jan Isenbart)


Hier geht es zu ausgewählten Texten von Thomas Fraps, und hier könnt Ihr ihn im “Magischen Podcast” Nr. 79 von Dominik Fontes und Daniel Dück hören!


 

Im Interview: Hakan Varol

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Lieber Hakan Varol, wie hat Ihnen denn der Auftritt von Harry Keaton mit Ihrer gemeinsam entwickelten Fühlbox bei „Penn & Teller: Fool Us“ gefallen?

Hakan Varol: Er war super, richtig toll! Er hat ein Kunstwerk daraus gemacht!

Klingt da auch Stolz mit?

Ein bisschen, natürlich. Aber es geht ja nicht um mich. Es hat lange gedauert, die Box zu dem zu machen, was sie heute ist – ein schlichter Kasten in unschuldig weißem Look und so gar kein Zauberrequisit.

Beschreiben Sie doch bitte mal ein bisschen Ihre Arbeitsweise als Erfinder und Entwickler.

Ich bin Autodidakt. Bei mir gibt es keine gezeichneten Pläne. Ich probiere gerne stundenlang verschiedene Möglichkeiten mit allen möglichen Materialien aus und lasse mir alle Optionen offen. Wenn eine Idee nicht funktioniert, versuche ich eine andere. Bei mir kann sich jeder Kunde erst einmal alles nur Denkbare wünschen. Dann suche ich nach Wegen, das zu ermöglichen. Am Ende muss der Zeitaufwand natürlich in einem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis stehen.

Wie lief das bei der Entwicklung der Box mit Harry?

Harry hatte eine Gefühlsbox von Boretti gekauft und kam damit irgendwann zu mir. Wir wollten eine gute Idee auf ein ganz anderes Niveau bringen. Da ging es natürlich nicht nur darum, wie Boretti behauptet hat, das Loch zu versetzen. Wie er das behaupten kann ohne dabei gewesen zu sein, bleibt mir ein Rätsel. Ich bin kreativer als ein Lochbohrer! Das habe ich damals ja auch schon mit dem sechsfachen Würfelkasten für Helge Thun gezeigt.

Zuerst haben wir mehrere Tage lang zusammen überlegt, welche Effekte noch mit der Box möglich sind. Dann haben wir angefangen nach Lösungen zu suchen, ein kreatives Ping-Pong-Spiel. Eine frühe Idee war etwa, die Kiste von unten zu laden, aus einem speziellen Tisch heraus, aber das wäre einfach zu offensichtlich gewesen. Dann hat uns an dem Schieber gestört, dass er sich nicht ganz herausziehen lässt. Das war uns nicht überzeugend genug. Da hatten wir zunächst die Idee, den doppelten Boden mit Magneten am Schieber zu befestigen. Er musste dann aber heimlich gestohlen werden. Das bewährte sich in der Praxis nicht so sehr.

Naja, irgendwann hat es dann Klick gemacht und die jetzige Lösung war da. Das erste Problem war sauber gelöst. Nach und nach kamen weitere kleine Veränderungen hinzu, um das Ganze zu optimieren. In der Summe haben wir fast ein ganzes Jahr daran gearbeitet. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, es geht immer weiter!

Wo kann die Weiterentwicklung denn noch hingehen?

Es gibt immer neue Variationen. Deshalb möchte ich auch, dass die Box jedem Interessenten zugänglich ist und freue mich, wenn meine Kunden auf kreative Art eigene Ideen umsetzen, was auch schon geschieht. Die Box kann so vielfältig präsentiert werden, ob als klassische Sprechzauberei, als Comedy, als Hypnose-Darbietung oder als Produkt-Pitch. Sie wird sogar ganz ernsthaft im Coaching eingesetzt.

Ich selbst habe die Idee, am Ende gar keine Box mehr zu haben, sondern nur noch eine Platte. Da taste ich mich aber weiter voran.

Das klingt sehr puristisch und vielleicht auch günstiger… Ihre Fühlbox kostet im Grundpreis 650 Euro, dazu kommen optional verschiedene Ausführungen und Trickrequisiten. Reflektiert der Preis entsprechend auch den hohen Produktionsaufwand?

Ja. Es ist eine aufwändige Arbeit, die auch sehr sauber ausgeführt werden muss. Ich kann daher nur wenige Fühlboxen im Monat herstellen. Das kann nicht einfach jeder Bastler nachbauen.

Sind Sie deshalb bisher von billigen Raubkopien aus Fernost und anderswo verschont geblieben?

Ich denke schon, denn es ist ein sehr hoher Arbeitsaufwand. Auch das Material, das ich verwende, gibt es nicht im nächsten Baumarkt. Es ist einerseits sehr dünn, andererseits aber auch sehr stabil, auch in der zerlegbaren Variante der Box.

Gab es denn nach Harrys Auftritt eine verstärkte Nachfrage?

Ja, in den ersten zehn Tagen kamen einige Reaktionen. Jetzt lässt es schon wieder nach.

Wie viele Boxen haben Sie denn inzwischen verkauft?

Auf jeden Fall mehr als zwei! (lacht) Ich kann aber sagen, dass meine Box inzwischen weltweit verbreitet ist, von Europa bis Amerika und von Afrika bis Asien und Australien.

Das wird Boretti vermutlich nicht so gerne hören… Er verweist seit Jahren auf seine Urheberschaft der Gefühlsbox und ist Sie aktuell in seinem Newsletter auch sehr persönlich angegangen…

Dazu muss ich zwei Dinge sagen. Grundsätzlich baut in der Zauberei alles auf etwas anderem auf. Es gibt Weniges, was wirklich ganz neu ist. Auch die Box von Boretti hat mindestens Vorläufer in pädagogischen Fühlboxen, wie es sie in Kindergärten gibt. Gibt man bei Google das Wort “Fühlbox” ein, erscheinen dort sehr viele Varianten für Kinder bis zu Senioren. Und auch ein doppelter Boden ist nun keine ganz neue Idee in der Zauberkunst. Wenn ich mich mit einem Trickprinzip befasse, ist es mein Anspruch die zu diesem Zeitpunkt beste Variante davon herzustellen.

Was Borettis aktuelle Behauptungen und Beleidigungen betrifft, hat er gerade eine von meinem Anwalt verlangte Unterlassungsverpflichtungserklärung unterschrieben, dass er drei Dinge aus seinem Newsletter nicht mehr behaupten wird oder darf. Das hat ihn über 1.000 Euro Anwaltsgebühren gekostet, die Unterlagen kann ich gerne jedem zeigen. Entschuldigt hat er sich bislang für seine Ausfälle nicht, und er behauptet auch noch andere Sachen. Mich interessiert das alles eigentlich gar nicht. Aber wenn er mich nicht in Ruhe lässt, wird es wohl für ihn aufgrund der von ihm unterschriebenen Unterlassungsverpflichtungserklärung teuer werden.

Es wäre doch eine gute Idee, wenn Herr Boretti für jedes seiner Kunststücke, das er verkauft hat und noch verkaufen wird, öffentlich den genauen Nachweis der Rechte belegt. Das würde auch weitere Diskussionen um das Thema sehr erleichtern. Dafür würde ich ihm dann gerne die Hand reichen.

Kommen wir abschließend zu erfreulicheren Dingen. Woran arbeiten Sie derzeit?

Ich habe mit Harry in den letzten zwei Jahren eine neue Sache entwickelt, eine Variante eines Mentaltricks, die er bei den Vorentscheidungen zu den Meisterschaften zeigen will. Damit wird er sicher auch die Zauberer neu überraschen und verblüffen – wenn er es nicht verbockt! (lacht)

Da sind wir aber gespannt! Vielen Dank für das Gespräch, Hakan, und weiterhin alles Gute!

(Interview: Jan Isenbart)

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Die Fühlbox von Hakan Varol und Harry Keaton

Zum Interview mit Boretti geht es hier, zum Interview mit Harry Keaton hier.


 

Im Interview: Axel Hecklau

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Lieber Axel Hecklau, Respekt für Ihren starken Auftritt bei Penn & Teller! Wie zufrieden waren Sie selbst damit?

Axel Hecklau: Es war ein tolles Erlebnis und eine große Ehre mit dabei gewesen zu sein. Die Vorbereitungen waren teilweise recht anstrengend, besonders, um das vorgegebene Zeitlimit zu erreichen. Ich hatte schon Schwierigkeiten, die zehn Minuten bei der FISM zu realisieren — für Penn & Teller musste ich unter fünf Minuten liegen.

In der letztendlich ausgestrahlten Version fehlen darüber hinaus noch zusätzlich einige Textzeilen und Gags. Das merke zwar nur ich, aber durch die vielen Schnitte kann nun auch der Eindruck entstehen, dass tricktechnisch relevante Momente eliminiert wurden, was nicht der Fall ist. Alles in Allem bin ich aber sehr happy!

Was hätte besser laufen können oder müssen, um die beiden möglichst zu “foolen“?

Bei „Fool Us“ gibt es keine klaren Regeln, deshalb ist es auch sehr schwer, vorher zu sagen ob eine Routine täuscht. Eric Mead hat es in seiner Performance genau richtig gemacht: Er hat vorher definiert, welchen Teil seiner Vorführung sie herausfinden müssen – das war perfekt. Im Nachhinein bin ich nicht mehr ganz sicher, ob ich Penn bei seiner recht vagen Andeutung richtig verstanden habe und ich sie nicht eventuell doch getäuscht habe. Was ich hätte anders machen können? Ich hätte Penn bitten sollen, seine Vermutung etwas zu präzisieren.

Wie kam es zu Ihrem Auftritt? Haben Sie sich selber beworben, wurden Sie empfohlen oder “gescouted”?

Ich hatte vor drei Jahren eine Idee für ein Kunststück, die ich mir bei „Fool Us“ gut vorstellen konnte. Leider passte das „Bild“ damals nicht, da es — obwohl ein völlig anderer Effekt — zu ähnlich zu einer gerade gesendeten Darbietung war. Aber der erste Kontakt war so entstanden. Dann habe ich 2018 die Produzenten bei einem spanischen Zauberfestival getroffen, und wir kamen erneut ins Gespräch. Ich habe Ihnen zwei Vorschläge gemacht, die sie beide gut fanden.

Und wie fiel dann die Entscheidung für die “Führerscheinwanderung” mit Teller?

Ich habe meinen Favoriten etwas „forciert“, mit dem sie letztendlich einverstanden waren. Dass ich Teller als Mitspieler auf der Bühne hatte, haben wir erst in der ersten Probe vor Ort entschieden.

Wie haben Sie sich speziell auf diesen Auftritt in englischer Sprache vorbereitet? Und was musste an der Routine verändert werden?

Meine Darbietung musste ich ja schon für die FISM Europe und die Weltmeisterschaft in Busan auf Englisch zeigen, deshalb war das kein Problem. Den Mittelteil mit meinem Rubik‘s Cube-Effekt musste ich weglassen und einen anderen tricktechnischen Weg finden, um eine bestimmte Bewegung zu motivieren. Alle Plastikkarten mussten aus Copyright-Gründen neu gestaltet werden, und auch den Umschlagständer habe ich für „Fool Us“ neu konzipiert. Man sieht: Da steckt Arbeit drin!

Wie lief die Unterstützung und Beratung vor Ort ab?

Michael Close ist hinter den Kulissen für die Beratung zuständig und der Einzige, der das genaue Trickgeheimnis kennt. Mit ihm hat man einen oder zwei Tage vor der Aufzeichnung eine Probe, bei der man die Routine eventuell noch etwas „fernsehtüchtiger“ macht, also Gags durchspricht, wer einem am besten assistiert, wie man mit den Kameras umgeht etc.

Bis zur 6. Staffel hat er mit Johnny Thompson im Team zusammengearbeitet. Leider ist Johnny bei der Arbeit an der Staffel zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden. Ich hätte mich sehr gefreut, ihn (wieder) zu treffen und mit ihm aktiv an meiner Darbietung zu arbeiten. Leider ist er dann an dem Tag, an dem ich zurück nach Deutschland geflogen bin, verstorben. Sein Tod ist ein herber Verlust für die Zauberkunst.

Die Aufzeichnung der Sendung ist ja schon einige Monate her. Wie schwer war es, nicht darüber sprechen zu dürfen?

Vertraglich ist man ja verpflichtet die Klappe zu halten – aber das wird mit zunehmender Zeit leichter und andere Projekte werden wichtig. Letztendlich kam dann die Ausstrahlung aber auch viel früher, als ich erwartet hatte.

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Wie geht es nun weiter? Streben Sie einen zweiten Anlauf bei Penn & Teller oder in einer anderen Castingshow an?

Zwei Tage nach der Ausstrahlung haben mich „America‘s Got Talent“ und „Das Supertalent“ angefragt. Ich habe aber kein Interesse, mich von irgendwelchen Promis „beurteilen“ zu lassen oder der Fernsehmaschinerie auszuliefern. Da ich nicht das Ziel habe berühmt zu werden, bin ich auf das Fernsehen zum Glück nicht angewiesen. Bei „Fool Us“ war ich sicher, dass hier im Vordergrund steht gute Zauberkunst zu zeigen. Bei den Castingshows geht es um etwas ganz anderes.

Zu noch einem Anlauf bei Penn & Teller hätte ich schon Lust. Es war ein tolles Erlebnis — allerdings braucht man dafür eine gute Idee. Und die wächst bekanntlich nicht auf Bäumen!

Wird Ihr gezeigter Trick bald auch vermarktet werden?

Ich habe sehr viele Anfragen bekommen, ob ich meine „Lost & Found“-Routine veröffentlichen würde. Ich werde es wohl nicht machen. Schließlich habe ich bereits eine ganze Menge aus meinem aktiven Repertoire geteilt — ein paar Dinge möchte ich da schon gerne nur für mich behalten wie z.B. meine Linking Cards, mein Rasierklingen-Essen oder meine Eierbeutel-Routine. Nächstes Jahr gehe ich auf meine vierte Deutschland-Seminartournee. Da gibt es dann viele (andere) schöne “Schmankerl”!

Vielen Dank für das Gespräch, Axel, und weiterhin viel Erfolg!

(Interview: Jan Isenbart)

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Zum Anschauen: Axel Hecklaus Auftritt!

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In der aktuellen Folge des Trickverrat-Podcasts von Ingo Brehm und Albin Zinnecker spricht Axel Hecklau ausführlich über seine Erfahrungen bei „Penn&Teller: Fool Us“.

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Und hier geht’s zum Interview mit “Fool Us”-Kandidat Harry Keaton!


 

Im Interview: Boretti

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Lieber Boretti, vor fast 25 Jahren haben Sie die Gefühlsbox erfunden und erstmals in Ihrem Manuskript “And so on” veröffentlicht. Angeregt dazu wurden Sie seinerzeit, wie Sie schrieben, durch einen Trick eines ungenannten Zauberfreundes, der in einer Box eine Riesenkarte verwandelte. Wie wurde daraus dann die Gefühlsbox?

Boretti: Bei dem Zauberer, der mir seine Kiste schenkte, handelte es sich um den vor einigen Jahren verstorbenen Karlheinz Spindler aus dem Raum Freiburg. Es war eigentlich nur eine große Kiste mit Loch. Eine Doppelbildkarte wurde in das Loch gesteckt und “verwandelt” heraus gezogen – völlig unbrauchbar und zu simpel für ein Zauberkunststück. Herr Spindler hatte offenbar selbst gemerkt, dass dieser Effekt nicht der größte war und hat die Kiste neben anderen Requisiten an mich abgegeben.

Und dann?

Ich musste fast alle Requisiten entsorgen. Da die Box aber schön aussah, wollte ich sie nicht wegwerfen. Das Loch schrie praktisch danach, es als Eingriffsloch zu benutzen. Dann habe ich mir das Spiel mit den gegensätzlichen Begriffen – wie Schwamm/Stein und Seil/Stacheldraht – ausgedacht. Der Zuschauer sollte sich in seinen “Empfindungen” täuschen.

Und die Tricktechnik?

Die gab es noch nicht. Um eine passende Austauschmöglichkeit zu finden, kam ich dann auf die Idee, eine zweite Ebene unterhalb des Eingriffsloches einzubauen.

Entstanden ist dann eine dreiteilige Routine, die mit einem Kartenfinden endet. Warum dieses Finale?

Zunächst täuscht sich der Zuschauer ja zweimal. Zum Schluss sollte er aber als Star dastehen, indem er die von einem anderen Zuschauer gewählte Karte auf unerklärliche Weise findet. Das war mir sehr wichtig.

Ich liebe diese Art der Zuschauerspiele, sie sind immer noch meine Leidenschaft. So hat ja dann auch mein “Superquiz” seinen Siegeszug angetreten.

Wie hat Ihnen denn der Auftritt von Harry Keaton bei “Penn & Teller: Fool Us” gefallen?

Keaton hat das exzellent und souverän vorgeführt!

Und wie stehen Sie zu seiner Weiterentwicklung der Box?

Er hat seinerzeit meine Box gekauft und sie zwecks Änderung des Loches an Hakan Varol gegeben. Ihre Box ist sicher optisch wie technisch eine Modifizierung. Der Schieber lässt sich komplett herausziehen, und die Trickebene wurde zur Seite verlegt – bei mir ist sie ja oben.

Die nun kursierende Frage “Wer hat’s erfunden?” stellt sich also gar nicht…

Ich hab’s erfunden. Was meine Publikationen „And so on“ von 1995 und mein Buch Vorhang von 2013 dokumentieren.

Insgeheim freut es mich natürlich, dass meine Idee und Kreation und die Entwicklung der zweiten Trickebene nun den höchsten Ritterschlag von Penn Jillette erhalten haben! Er sagte, dass dies die beste Illusion sei, die er je gesehen habe.

Entscheidend waren natürlich nicht die Ausführung oder Konstruktion der Kiste, sondern insbesondere die Grundidee und die Effektfolge. Und die wurde vor vielen Jahren von mir konzipiert, veröffentlicht, und von der Firma Future Magic in Lizenz produziert.

Vielen Dank für das Gespräch, Boretti, und weiterhin alles Gute!

(Interview: Jan Isenbart)


Zum Interview mit Harry Keaton geht es hier und mit Hakan Varol hier.

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Aus meinem Zauberfundus:

Eine frühe Original Boretti Gefühlsbox in leicht geöffnetem Zustand und mit dem Stacheldraht-Ring, den der Zuschauer stets als Seilstück “erfühlt”.

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Im Interview: Harry Keaton

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Harry Keaton (Bild: BahmanBörger)

Herzlichen Glückwunsch, Harry, zu deinem erfolgreichen Auftritt bei “Penn & Teller: Fool Us”! Hand aufs Herz: Hast du damit gerechnet, die beiden “foolen” zu können?

Harry Keaton: Die Chancen lagen aus meiner Sicht bei 50:50. Castingshows sind immer ein Tanz auf dem Drahtseil, und es spielen ja viele Faktoren mit: Wie läuft die Performance vor der Kamera? Wie spielt die Moderatorin Alyson Hannigan mit? Haben Penn & Teller die Fühlbox schon einmal gesehen? Auch Sympathie spielt eine Rolle. Die Reaktionen von Penn & Teller auf meinen Auftritt fand ich dann schon überwältigend – damit hatte ich nicht gerechnet, und natürlich war ich überglücklich!

Wie kam es denn zu deinem Auftritt? Hast du dich selber beworben, oder wurdest du empfohlen oder gar “gescouted”?

Simon Pierro hat mich empfohlen, das fand ich sehr nett. Er war bereits zweimal in dem Format zu sehen und hat jeweils starke Auftritte hingelegt.

Stand für dich von Anfang an fest, deine Version der Fühlbox zu zeigen?

Ja, das war von den Produzenten gewünscht.

Wie hast du dich speziell auf diesen Auftritt in englischer Sprache vorbereitet?

Ich trete zwar oft vor internationalem Publikum auf, aber ein Auftritt im  amerikanischen Fernsehen ist doch eine andere Hausnummer. Mit Freunden von mir, die native speaker sind, bin ich die Texte durchgegangen. Außerdem wollten die Produzenten ein Video auf Englisch. Sie haben einige Änderungen am Text vorgeschlagen. Auch vor Ort wurde nochmals am Text gefeilt.

Was musstest du an deiner Routine verändern?

Die gravierendste Änderung war die Beschränkung auf eine Zuschauerin – eben auf die wunderbare Alyson Hannigan. Normalerweise arbeite ich mit zwei Zuschauerinnen. Die Arbeit mit nur einer Person machte Änderungen in den Abläufen nötig. Außerdem nutze ich normalerweise für die Mitwirkenden ein Handmikrofon – das hilft bei der Misdirection. Das fiel aber weg, weil Alyson ein Lavalier-Mikro trug.

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Harry Keaton mit seiner Version der Gefühlsbox (Bild: Keaton)

Und wie wurdest du vor Ort beraten?

Das Fernsehteam war natürlich hochprofessionell, sie haben vor allem in puncto Skript beraten.

Die Aufzeichnung der Sendung ist ja sicher schon einige Monate her. Wie schwer war es, nicht darüber sprechen zu dürfen?

Kein Problem – als Zauberer sind wir es doch gewohnt, Geheimnisse für uns zu behalten!

Wie geht es nun weiter? Willst du dich – wie viele Gewinner – nochmal der Herausforderung stellen?

Im August fliege ich erneut nach Las Vegas, um in der Penn & Teller Show aufzutreten. Allerdings mit einem anderen Act – die Frachtkosten wollten die Produzenten nicht erneut übernehmen… Und klar, wenn sie erneut fragen, bin ich wieder dabei. Am besten mit einem Effekt aus meiner neuen Show “BrainMagic”, die nächstes Jahr Vorpremiere hat.

Vielen Dank für das Gespräch, Harry, und weiterhin viel Erfolg!

(Interview: Jan Isenbart)

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Zum Anschauen: Harrys Auftritt!

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YouTube Screenshot

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Zum Hintergrund der Gefühlsbox:

Die Gefühlsbox wurde von Erich Hammann-Boretti entwickelt und erstmals 1995 von ihm in seinem Manuskript “And so on” veröffentlicht, später dann auch produziert und vermarktet. Sie ist auch heute noch erhältlich.
Addendum 16.08.2019: Aktuell bietet Boretti wieder einige Exemplare seiner “Gefühlsbox Deluxe” an, mit Eingriffsloch an der Oberseite.
Harry Keaton hat später mit Borettis Genehmigung zusammen mit Hakan Varol nach vielen Experimenten seine eigene Version der Box kreiert und dazu eine wunderbare Routine geschaffen, die meiner Meinung nach eine erhebliche Weiterentwicklung des Originals darstellt.
Diese Fühlbox wird nach wie vor von Varol vermarktet, was Boretti in seinem aktuellen Newsletter (Nr. 793) heftig kritisiert.
Eine aktuelle Diskussion hierzu findet sich auch im Genii Forum.
Zum aktuellen Interview mit Boretti geht es hier und mit Hakan Varol hier.
Für MZvDler: Im magie-Jahrgang 2013 hat Harry Keaton in einem zweiteiligen Artikel seine Gedanken zur Entwicklung und zur Vorführung der Box ausführlich beschrieben.
Hier spricht Harry Keaton über die Gefühlsbox in einem Radiointerview bei hr1.

Zum Interview mit “Penn&Teller”: Fool Us”-Teilnehmer Axel Hecklau geht es hier.