Frühe Kartenzauber-Psychologie (2)

“Forcieren der Karten”

Während die Volte nur durch stete Übung erlernt werden kann, gehört zum Forcieren einer Karte erstens, gleich wie bei der Volte, grosse Übung, dann kommt es aber auch noch auf eine undefinierbare individuelle Auffassung des Ganzen an. Es muss vom Künstler ein gewisser unbemerkbarer Zwang ausgehen, so dass eine Person gerade die vom Künstler gewünschte Karte wählt oder zieht. Hierbei muss den Künstler nun im Wesentlichsten seine eigene Beredsamkeit unterstützen, ja, er muss den oder die Zuschauer quasi fascinieren. — Für Bühnenkünstler ist dies nicht allzuschwer, da bei diesen noch zu viele Äusserlichkeiten als unterstützende Momente hinzukommen; schwerer ist es schon im Salon; am schwersten aber im guten Freundeskreise, da hier jeder conventionelle Zwang aufhört und Zwischenfragen an den Vortragenden gethan werden, denen derselbe dann natürlich kleine ausweichende Scherze entgegenhalten muss.

F.W. Conradi, Der moderne Kartenkünstler (1896), S. 9

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Frühe Kartenzauber-Psychologie (1)

Eine Karte gezwungen ziehen zu lassen.

So schwierig auch dieses anfangs zu seyn scheint, so leicht ist es nach einiger Übung auszuführen, wenn besonders auf die Person, welche ein erzwungenes Blatt ziehen soll, Rücksicht genommen und keine solche gewählt wird, welche fein genug seyn möchte, Eskamotirung zu vermuthen und sie absichtlich vereitelte.

Ludwig Döbler, Ein Blick in Döbler’s und Bosko’s Zauberkabinet, Wiesbaden 1832, S. 141

Aces Three