Im Interview: Harry Keaton

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Harry Keaton (Bild: BahmanBörger)

Herzlichen Glückwunsch, Harry, zu deinem erfolgreichen Auftritt bei “Penn & Teller: Fool Us”! Hand aufs Herz: Hast du damit gerechnet, die beiden “foolen” zu können?

Harry Keaton: Die Chancen lagen aus meiner Sicht bei 50:50. Castingshows sind immer ein Tanz auf dem Drahtseil, und es spielen ja viele Faktoren mit: Wie läuft die Performance vor der Kamera? Wie spielt die Moderatorin Alyson Hannigan mit? Haben Penn & Teller die Fühlbox schon einmal gesehen? Auch Sympathie spielt eine Rolle. Die Reaktionen von Penn & Teller auf meinen Auftritt fand ich dann schon überwältigend – damit hatte ich nicht gerechnet, und natürlich war ich überglücklich!

Wie kam es denn zu deinem Auftritt? Hast du dich selber beworben, oder wurdest du empfohlen oder gar “gescouted”?

Simon Pierro hat mich empfohlen, das fand ich sehr nett. Er war bereits zweimal in dem Format zu sehen und hat jeweils starke Auftritte hingelegt.

Stand für dich von Anfang an fest, deine Version der Fühlbox zu zeigen?

Ja, das war von den Produzenten gewünscht.

Wie hast du dich speziell auf diesen Auftritt in englischer Sprache vorbereitet?

Ich trete zwar oft vor internationalem Publikum auf, aber ein Auftritt im  amerikanischen Fernsehen ist doch eine andere Hausnummer. Mit Freunden von mir, die native speaker sind, bin ich die Texte durchgegangen. Außerdem wollten die Produzenten ein Video auf Englisch. Sie haben einige Änderungen am Text vorgeschlagen. Auch vor Ort wurde nochmals am Text gefeilt.

Was musstest du an deiner Routine verändern?

Die gravierendste Änderung war die Beschränkung auf eine Zuschauerin – eben auf die wunderbare Alyson Hannigan. Normalerweise arbeite ich mit zwei Zuschauerinnen. Die Arbeit mit nur einer Person machte Änderungen in den Abläufen nötig. Außerdem nutze ich normalerweise für die Mitwirkenden ein Handmikrofon – das hilft bei der Misdirection. Das fiel aber weg, weil Alyson ein Lavalier-Mikro trug.

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Harry Keaton mit seiner Version der Gefühlsbox (Bild: Keaton)

Und wie wurdest du vor Ort beraten?

Das Fernsehteam war natürlich hochprofessionell, sie haben vor allem in puncto Skript beraten.

Die Aufzeichnung der Sendung ist ja sicher schon einige Monate her. Wie schwer war es, nicht darüber sprechen zu dürfen?

Kein Problem – als Zauberer sind wir es doch gewohnt, Geheimnisse für uns zu behalten!

Wie geht es nun weiter? Willst du dich – wie viele Gewinner – nochmal der Herausforderung stellen?

Im August fliege ich erneut nach Las Vegas, um in der Penn & Teller Show aufzutreten. Allerdings mit einem anderen Act – die Frachtkosten wollten die Produzenten nicht erneut übernehmen… Und klar, wenn sie erneut fragen, bin ich wieder dabei. Am besten mit einem Effekt aus meiner neuen Show “BrainMagic”, die nächstes Jahr Vorpremiere hat.

Vielen Dank für das Gespräch, Harry, und weiterhin viel Erfolg!

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Zum Anschauen: Harrys Auftritt!

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YouTube Screenshot

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Zum Hintergrund der Gefühlsbox:
Die Gefühlsbox wurde von Erich Hammann-Boretti entwickelt und erstmals 1995 von ihm in seinem Manuskript “And so on” veröffentlicht, später dann auch produziert und vermarktet. Sie ist auch heute noch erhältlich.
Harry Keaton hat später mit Borettis Genehmigung zusammen mit Hakan Varol nach vielen Experimenten seine eigene Version der Box kreiert und dazu eine wunderbare Routine geschaffen, die meiner Meinung nach eine erhebliche Weiterentwicklung des Originals darstellt.
Diese Fühlbox wird nach wie vor von Varol vermarktet, was Boretti in seinem aktuellen Newsletter (Nr. 793) heftig kritisiert.
Eine aktuelle Diskussion hierzu findet sich auch im Genii Forum.
Für MZvDler: Im magie-Jahrgang 2013 hat Harry Keaton in einem zweiteiligen Artikel seine Gedanken zur Entwicklung und zur Vorführung der Box ausführlich beschrieben.

 

 

 

 

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Siegfried & Roy nun im Kino?

Nach dem wahrscheinlichen Aus der geplanten sechsteiligen Serie über das Leben von Siegfried & Roy könnte das Drehbuch nun zumindest 2021 in einem Kinofilm münden und danach als Zweiteiler ins Fernsehen kommen. Laut unbestätigten Medienberichten ist auch Michael “Bully” Herbig mit in das Projekt eingestiegen, allerdings wohl nicht als Darsteller…

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Redefining Broadway with Boob Jokes

Criss Angel has just completed a six-day stint in New York City at the Lunt-Fontanne Theatre as part of the “In Residence on Broadway” series. Magic’s super greatest GOAT’s show was titled “Criss Angel: Raw–The Mindfreak Unplugged.”

The New York Times has a fine and fun review of this earth-shattering event, and I am willing to believe every word of it.

If you don’t spare the time to read it, the key terms are “underdressed assistants”, “borderline charming”, and “boob jokes.”


Zabrecky’s Strange Cures

Rob Zabrecky is a mainstay of the Magic Castle and a fine magician with a well-defined stage persona that borders on the dark and bizarre. Before his magic career, he was a professional musician. Even though he has just turned 51, Zabrecky has recently published his autobiography, Strange Cures, subtitled “A memoir”. It’s available at Amazon now in a paperback edition for 19,95 Dollars.

From the blurb:

Strange Cures is a turbulent, against-all odds memoir of self-discovery, success, failure, and reinvention, told by one of LA’s most interesting natives. With an unflinching gaze, musician/magician/actor Zabrecky recounts his bizarre coming-of-age tale and his quest to find a place in the arts–and the world.

The author reveals a young life filled with both physical miracles and subversive role models, including an uncle who impersonated an FBI agent and, in a drunken delusion, shot and nearly killed him. He takes readers on a roller coaster ride through the nascent days of Silver Lake’s music and art community, as seen through the lens of his critically acclaimed band, Possum Dixon.

As Jim Steinmeyer, magic author, inventor and performer, comments:

Zabrecky’s memoirs are surprising, addictive, terrifying, magical. He careens through childhood, rock and roll, and popular entertainment by driving on the shoulder, passing on the right, and then playing bumper cars with the cold, hard truth. You’re in for a fantastic ride.

Here’s a nice review from the Los Angeles Times, and it ends with a great line:  The reader of Strange Cures is reminded “that life is what you make of it, and what you make of it is rarely what you dream it to be.”

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Addendum:

Here’s a free excerpt of the book from the LA Weekly. Enjoy!


 

A Surprising Comeback by Ricky Jay

Just a couple of days ago Ricky Jay’s early masterpiece, Cards as Weapons, made a surprising encore on Amazon with a new paperback edition of this long sold-out, highly sought after classic. Prices on the second market for older editions are likely to drop significantly now, I guess.

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Addendum: Some guys over on the Genii Forum think that this is an illegal product and not endorsed by the estate of Ricky Jay. Too bad!

O tempora, o mores!


 

Harry Keaton und Axel Hecklau bei Penn&Teller

Wie Michael Close im Genii Forum verraten hat, werden in der aktuellen, sechsten Staffel von “Penn & Teller: Fool Us” auch Harry Keaton und Axel Hecklau zu Gast sein.

Keaton soll in der Folge auftreten, die am 1. Juli in den USA beim CW Network ausgestrahlt wird, Hecklau dann eine Woche später.

Eröffnet wurde die neue Staffel am 17. Juni mit einem Special “David Copperfield gegen Penn & Teller”.


Addendum:
Harry Keaton hat sich seine F.U.-Trophäe von Penn&Teller abgeholt – er hat die beiden mit seiner tollen Version der Gefühlsbox “gefoolt”. Hier das Video. Bravo, Harry!!!
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YouTube Screenshot
Addendum II:
Nun hatte auch Axel Hecklau seinen großen Auftritt – und verblüffte Penn & Teller mit einer blitzsauberen “DLTIL”-Routine (= Driver’s License to Impossible Location), die sehr gelobt wurde, letztlich die beiden aber leider nicht “foolen” konnte.

Das Programm zur EMHC steht

Vom 22. bis 25. August laden Magic Christian und sein Team zur 8th European Magic History Conference nach Wien. Das Programm und die meisten Vorträge stehen nun fest und können hier abgerufen werden.

Auch der Autor dieses Blogs wird voraussichtlich mit einem Vortrag zum Thema “Magicians at War: Some Observations on the Manifold Relations between Magic and Warfare” vertreten sein.

Die Teilnahme ist auf 100 Zauberinteressenten begrenzt. Anmeldungen für die letzten freien Plätze sind noch bei Magic Christian möglich.

EMHC


 

Alles über Zauber Bartl

Zauber Bartl in Hamburg war das erste Zaubergeschäft, das ich kennenlernte und bei dem ich als Jugendlicher per Post einkaufte. Jahrelang ging fast mein gesamtes Taschengeld für Requisiten und Tricks drauf, die zumeist “komplett, jedoch ohne Tuch” geliefert wurden. (Sollte ich jemals ein Buch über mein Zauberleben schreiben, wird das Kapitel über Zauberhändler genau diese Zeile als Überschrift erhalten!)

Birgit Bartl-Engelhardt, die Enkelin von Rosa und János Bartl, hat vor über zehn Jahren damit begonnen, deren magische Geschichte zu erforschen und zu schreiben. Im August erscheint nun das über 200 Seiten starke Werk Die Bartl-Chronik Hamburg 1910-1998 im Großformat und mit diversen Beilagen im Verlag Magische Welt von Wittus Witt. (Ein wunderbarer Fernsehbeitrag über Rosa Bartl von 1968 lässt sich übrigens hier betrachten.)

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Mit dem Buch wird sicher eine wichtige Lücke in der deutschen Zaubergeschichte geschlossen. Über die im gleichen Atemzug zu nennenden Händler Carl Willmann und F.W. Conradi-Horster liegen ja bereits seit einigen Jahren Monografien vor (die ebenfalls von Verwandten verfasst wurden – von John Willmann bzw. Waldemar Horster).

Offiziell wird das Bartl-Buch am 21. August um 18 Uhr mit einer Lesung der Autorin in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky vorgestellt. Vorbestellungen sind ab sofort bei Wittus Witt zum Subskriptionspreis von 56,50 Euro plus Versand möglich. Ab August beträgt der reguläre Buchpreis dann 65,50 Euro plus Versand.

Meine Bestellung ist abgeschickt!