Die Zauber-Lage am Sonntag

18.07.2021

Ludwig Hanemann war unter seinem Künstlernamen Punx vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutender Zauberkünstler, der stilbildend wirkte und insbesondere in der geschichtenerzählenden Zauberkunst und der Mentalmagie sowie als Autor Großes geleistet hat. 1950 schaffte er es sogar auf die Titelseite des “Spiegel”. Er starb 1996. Nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Leben und Werk von Punx veröffentlicht dieser Tage nun Ulrich Rausch Das Punx-Projekt, Band 1. Weitere Bände sind entsprechend angekündigt.

Das Buch erscheint als Softcover im Format DIN A5 mit 160 Seiten und kostet 25 EUR. Es ist im Fachhandel oder direkt beim Autor zu beziehen.

Wie Hanemann seinen Künstlernamen Punx fand, habe ich übrigens einmal hier beschrieben.

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Wie Zaubersammler und -historiker Bill Kalush vom Conjuring Arts Research Center kürzlich auf der CARC-Webseite schrieb, gibt es einen neuen Kandidaten für das älteste bekannte Buch, das Kartentricks enthält. Es handelt sich dabei um den Titel Spechio del mercatāte al. s. el signor Zan da Marino, Giouabattista Verini Fioretino libro de abacho, & gioco di memoria aus dem Jahr 1542. Das Buch war schon länger als Referenz bekannt, aber erst kürzlich konnte ein Exemplar durch Professor Angela Nuovo von der Universität von Mailand aufgespürt werden.

Quelle: CARC

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Andreas Fleckenstein ist diese Woche auch unter die Podcaster gegangen. Gemeinsam mit Ingo Oschmann und Alexander Lehmann lädt er nun jeden Montag bei Spotify und anderswo zum „Secret Magic Talk“ über “neue und alte Tricks, Bücher, Seminare und Shows”.

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Der kürzlich hier erwähnte spannende Online-Vortrag von Richard Hatch über Günther Dammann ist nun auch auf YouTube abrufbar. Vielen Dank an Wittus Witt für den Hinweis!

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Der immer lesenswerte britische Blog “Magic at War” über die Erlebnisse und Schicksale von Zauberern im Zweiten Weltkrieg widmet sich in dieser Woche der Berlinerin Ruth Iris Wachsmann, die vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten unter dem Künstlernamen Miss Blanche eine führende Manipulatorin in Europa war. Anders als ihr Lehrmeister Larette (Cornelius Hauer) überlebte sie als Jüdin die Schreckensherrschaft knapp und emigrierte 1956 in die USA. Sie starb 1989.

Die Zauber-Lage am Sonntag

04./11.07.2021

Trotz Corona ist am letzten Wochenende in Manresa (Spanien) die FISM European Championship offenbar sicher und erfolgreich zuende gegangen. Den Grand Prix (Bühne) gewann der Belgier Laurent Piron. Ein Grand Prix in Close-Up wurde nicht vergeben. Yann Yuro siegte in der Sparte Mentalmagie, Alfonso Rituerto errang einen 2. Preis in Mikromagie.

Neuer Präsident von FISM Europe als Nachfolger von John Pye, der nicht mehr kandidierte, ist der Italiener Andrea Baioni. Ferner wurde MZvD-Präsident Eberhard Riese einstimmig ins Board gewählt. Der nächste Kongress soll 2024 in St. Petersburg über die Bühne gehen.

Herzlichen Glückwunsch allen Preis-, Titel- und Amtsträgern!

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Die Stiftung Zauberkunst hat ihre Website vollständig überarbeitet. Außerdem präsentiert sie auf ihrem Instagram-Account nun praktisch täglich ein Schätzchen oder Kurioses aus ihrer umfassenden Zaubersammlung. Besuch und Unterstützung ist allen an der Zauberhistorie Interessierten wärmstens empfohlen!

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Zur Kalanag-Biografie von Malte Herwig sind kürzlich weitere Rezensionen in großen Blättern erschienen: in der Süddeutschen Zeitung hier und in der NZZ hier.

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Michael Holderried befindet sich laut eines Presseberichtes derzeit offenbar in Gesprächen über einen neuen Standort seines Kalanag-Museums mit der Stadt Murrhardt, wo der berühmte Nachkriegszauberer im Stadtteil Fornsbach seine letzten Lebensjahre verbrachte. Bis 2013 betrieb Holderried das Museum und sein Traumzeit-Theater in städtischen Räumen in Backnang, musste diese dann aber für andere Kultureinrichtungen räumen.

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In Las Vegas starb diese Woche Pamela “Pam” Hayes Thompson, Witwe und Bühnenpartnerin des vor rund zwei Jahren verstorbenen Johnny Thompson. Als etwas ordinäre, kaugummikauende und genervte Assistentin an der Seite des pompösen Zaubermeisters schuf sie eine unvergessliche Bühnenfigur.

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Die Zauber-Lage am Sonntag

27.06.2021

Im Gropius Bau in Berlin ist noch bis zum 15. August eine große Retrospektive der bedeutenden zeitgenössischen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama zu sehen. Die Ausstellung umfasst zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren sowie einige aktuelle Arbeiten. Neben dem sinnenfrohen Spiel mit Farben und Formen dürften sich Zauberfreunde besonders für die “Infinity Mirror Rooms” begeistern – scheinbar unendliche Spiegelräume, die man entweder betreten oder durch ein kleines Fenster betrachten kann. Magisch und äußerst empfehlenswert!

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Der große 100-stündige Zauber-Livestream-Marathon der United Magicians for the World ist am Montag zu Ende gegangen und hat bis dato rund 14.000 Euro an Spendengeldern erbracht, mit denen jungen Zauberern die Teilnahme an den nächsten FISM Weltmeisterschaften ermöglicht werden sollen. Unterstützt mit Beiträgen haben das Programm u.a. Malte Herwig, Jan Logemann, Nikolai Striebel, Axel Hecklau, Alexander de Cova und Christian Schenk.

Richard Hatch hat zu seinem spannenden und detailreichen Vortrag über den jüdischen Zauberkünstler und Autor Günther Dammann, der den Nazis zum Opfer fiel, bereits weitere Anfragen erhalten – vielleicht hat ja auch einer der nächsten deutschen Kongressveranstalter daran Interesse?!

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In den vergangenen Tagen sind sukzessive die Gewinner der diesjährigen Allan Slaight Awards bekanntgegeben worden. Freuen über die Ehre und Preisgelder von 5.000 bis 15.000 Dollar dürfen sich 2021:

John Gaughan – Lifetime Achievement
Helder Guimarães – Sharing Wonder
David Sandy & Lance Rich – Sharing Secrets
Billy Kidd – International Rising Star
Jonah Babins – Canadian Rising Star

Alle bisherigen Gewinner der seit 2015 ausgelobten Preise gibt es hier zum Nachlesen.

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Im aktuellen Genii Magazine (July 2021) dreht sich die Titelgeschichte um die Frage, wie Zauberprofis einen wichtigen TV-Auftritt angehen. Zu den Befragten zählen auch The Clairvoyants, also Thommy Ten und Amélie van Tass, die in der 11. Staffel von “America’s Got Talent” den zweiten Platz belegen konnten. Ein Tipp der beiden: “We always try to really listen to our audience, judges, or the host to see what they would like the next time.”

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Die Science of Magic Association (SOMA) veranstaltet heute ein Zoom-Webinar zum Thema “Conversations on Science Magic and Society”, u.a. mit Gustav Kuhn, Roberto Giobbi und Joshua Jay. Die Teilnahme ist kostenlos, man muss sich für den Link zur Veranstaltung allerdings vorher auf der SOMA-Website registrieren. Beginn ist um 2 p.m. EST – das müsste bei uns um 21 Uhr sein, wenn ich mich nicht verrechnet habe…

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Wer noch Zauberzeitschriften liest und sammelt, kann nach meiner Beobachtung inzwischen im Wochentakt tolle Schnäppchen bei eBay und Co. machen. Umgekehrt schauen jene in die Röhre, die aus Nachlässen, aus Altersgründen oder anderen Motiven ihre Bestände verkaufen wollen. Ob “Magie”, “magische welt” oder gar die “Intermagic” – zahlreiche alte Jahrgänge werden heute ab 1 Euro angeboten – und bisweilen nicht mal dafür verkauft. Übersättigung eines kleinen Marktes oder doch eher allgemeine Lesemüdigkeit? Was habe ich vor Jahren noch investiert, um mir gerade die “Intermagic” mühsam Jahrgang für Jahrgang zusammenzukaufen! Bob Dylan, der im letzten Monat 80 Jahre alt wurde, hat’s früh gewusst: “The Times They Are A-Changin'”…

Ganz anders sieht es nach wie vor bei den Tenyo-Klassikern aus: Trotz eines Überangebotes werden für viele Schätzchen Mondpreise im dreistelligen Bereich aufgerufen – für das “Ninja Experiment” etwa derzeit bis zu 700 Euro! Aber zum Glück ist angeboten noch nicht gleich bezahlt…

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Die Zauber-Lage am Sonntag

20.06.2021

“Geht ins Theater und Konzert – kauft Karten!” Dieser wichtige Appell für die Kulturbranche – den wohl ausgetrocknetsten Zweig am eigentlich stark bewässerten Corona-Überlebensbaum – ist nun in einem sehr gelungenen Musikvideo auf den Punkt gebracht worden. Produziert hat es Helge Thun, neben Dutzenden Sängern, Entertainern und Kabarettisten wirken u.a. auch Topas, Martin Sierp und Desimo darin mit (siehe Screenshots). Unbedingt ansehen, auf den cleveren Text hören, mitwippen – und dann Karten kaufen!

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Endspurt ist heute beim 100-stündigen Zauber-Livestream-Marathon der United Magicians for the World. Auf dem Programm stehen u.a. Seminare von Christian Schenk, Andy Nyman, Michael Vincent und Christopher Barnes sowie ein Vortrag von Richard Hatch über den jüdischen Zauberkünstler, Autor und Nazi-Opfer Günther Dammann. Am Montag laufen noch 15 Stunden Wiederholungen (“Replay”). Die Teilnahme ist kostenlos, aber eine angemessene Spende darf es schon sein, denn damit soll jungen Zauberern die Teilnahme an den nächsten FISM Weltmeisterschaften ermöglicht werden.

In einem Talk über seine grandiose ACAAN-Variante, die er erfolgreich bei “Penn & Teller: Fool Us” brachte, hat Boris Wild angekündigt, diese über ein Jahr lang entwickelte Routine weder zu verraten noch zu vermarkten. Sie solle vielmehr als einmaliges Event für sich stehen. Auch die spezielle Software, mit der Penns Stimme naturgetreu imitiert wurde, sei bereits wieder vernichtet worden, um etwaigen Missbrauch zu verhindern. Bewundernswert!

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Bei eBay wird dieser Tage ein wunderschönes Zauberplakat von Ruchay Bellachini angeboten – ein Bellachini, von dem ich bisher noch nie gehört hatte und zu dem ich auf die Schnelle außer seinem Tod 1907/08 praktisch nichts Biografisches im Netz gefunden habe. Spannend! Die Preisvorstellung für diese sicherlich seltene Lithographie klingt allerdings recht phantastisch.

eBay Screenshot

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Präzisierung: Hanno Rhomberg hat mich darauf hingewiesen, dass zwar der Fachkongress des Fröhlich Zauberfestivals in Bad Aussee (A) auf September 2022 verschoben werden musste, das Zauberfestival vor Ort für die Bevökerung soll aber wie geplant am 11. und 12 September 2021 stattfinden.

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Ich bin weder ein Freund noch gar ein Sammler von im Wochentakt auf den Markt geworfenen “Designer”-Kartenspielen, aber hier musste ich einfach zugreifen: Kreativ-Genie Blake Vogt hat sein wunderbares “Abracadabra”-Design, das es schon als Poster gibt, jetzt auch auf Spielkarten gebannt. Hinzu kommt, dass die Karten ein haptischer Hochgenuss sind – viel Papier, wenig Beschichtung, dennoch lassen sie sich aus der Box heraus geradezu butterweich handhaben. Als Bonus ist eine Karte mit (Faksimile-)Unterschrift von Blake dabei. Sollte ich ihn jemals treffen, kann ich ihm also sein eigenes Autogramm forcieren oder dieses scheinbar von einer signierten Karte verschwinden und anderswo erscheinen lassen…

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Die Zauber-Lage am Sonntag

13.06.2021

Ganz unvermittelt begegnet mir eben auf der Startseite von Wikipedia der Name von Jean Eugène Robert-Houdin, der heute genau vor 150 Jahren verstarb.

Wikipedia Screenshot

Sein Wikipedia-Eintrag lässt jedoch leider noch einiges zu wünschen übrig. So wird der vermeintlich zauberhaft von Robert-Houdin niedergeschlagene Aufstand in Algerien nicht eingeordnet, außerdem ist als Literatur ausgerechnet nur Harry Houdinis Pamphlet The Unmasking of Robert-Houdin angegeben.

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Basierend auf Malte Herwigs großer Biografie widmet sich aktuell nun auch der “Spiegel” Leben, Karriere und Nazi-Verstrickungen von Helmut Schreiber-Kalanag. Zum Artikel mit vielen Fotos geht es hier.

Ergänzend gibt es im Genii Forum eine intensive Debatte – mit teilweise skurrilen Abschweifungen – um Kalanag und Malte Herwigs Titelgeschichte über ihn in der Juni-Ausgabe des Magazins.

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Kalanag ist übrigens auch der Hauptgrund, warum ich derzeit etwas weniger Posts verfasse. Ich stecke gerade mitten in spannenden Recherchen mit einem Zauberkollegen. (Nein, nein, es geht nicht um das verschwundene Nazi-Gold…)

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Thomas Fraps und Pit Hartling haben gestern erfolgreich die Premiere ihrer Online-Show “Metamagicum” via Zoom gefeiert. Weitere Termine stehen derzeit noch nicht fest, werden aber sicher beizeiten auf Ticketino bekanntgegeben.

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Während der Fröhlich Zauberkongress des MRA in Bad Aussee nun leider doch noch für dieses Jahr abgesagt werden musste und auf September 2022 verschoben ist, hat Wittus Witt in der “mw” gerade eine Neuauflage der Hamburger Zaubernächte angekündigt. Vom 16. bis 18. September spielen bzw. referieren Marcel Kösling, Harry Keaton, Wittus Witt und Michael Scheid im Theater Sprechwerk.

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Kalanag, Time-Bent

History has her own ways of creating, reshuffling, and reevaluating facts. In January 1964, Helmut Schreiber/Kalanag, who had passed on December 24th, 1963, was mourned, hailed, and fondly remembered on the cover of Genii magazine and within its pages (and rightfully so).

Fast forward 57 years: The latest issue of Genii reprints the same cover photo, but this time Kalanag is stamped with a blood-red Nazi swastika across his face. A 37-page story presents selected chapters and unmasking photographs in Nazi company from Malte Herwig‘s detailed Kalanag biography, which was published in German a few weeks ago.

Genii covers from 1964 and 2021

The cover’s subline, “Hitler’s Magician,” feels somewhat ambiguous to me, though. On the one hand, it clearly describes what Kalanag strived for and how he wanted to be perceived at the time: as the Third Reich’s leading and undisputed magician and magic officer, who was on friendly, powerful terms with the Führer and his henchmen. On the other hand, it falsely suggests permanent, personal ties of Schreiber and Hitler, maybe even the status of a court jester or a gray eminence. Among others, the Führer had his deputy, his spokesperson, and his architect; he certainly never had ‘his” magician.

I feel that neither an “all black” nor an “all white” approach will do justice to the man who was both a great showman and a great egotist and opportunist in times of greatest turmoil. Malte Herwig, an Oxford-trained historian, appropriately avoided this ideological trap in his mostly descriptive, balanced, and heavily footnoted biography. Thus, a red swastika pin on Kalanag’s lapel may have been a better and more subtle cover choice.

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For more facts on the book and Kalanag’s remarkable life, read my recent interview with Malte Herwig here.

You may also want to check out Richard Hatch‘s four-page, in-depth review of Malte’s book in the latest issue of Marco Pusterla‘s fine little history journal, Ye Olde Magic Mag.

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Busts of Famous Magicians on Kickstarter

Screenshot from Kickstarter project website

Juan Luis Rubiales, who has been mentioned on this blog before as a fine caricaturist, is now turning his drafts into small busts to decorate your magic den or bookshelf. Some of the busts, like Juan Tamaríz, Eugene Burger or Harry Houdini look very adorable to me. Some may even have a little magic trick up their sleeves.

Check out this project on Kickstarter here!

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Ermittlungen gegen Hocus Pocus Junior eingeleitet

Der britische Magic Shircle macht weiter Ernst in seinem rastlosen Kampf gegen Geheimnisverrat, den ja einst auch schon David Devant hart zu spüren bekam. Posthum wurde nun ein Disziplinarverfahren gegen Hocus Pocus Junior eingeleitet, Autor des frühen Zauberbuches The Anatomie of Legerdemain or, the Art of Jugling von 1634.

„Es führt ein direkter Weg von diesem beklagenswerten Pamphlet zu den neuzeitlichen Trickenthüllungen von Penn & Teller, dem Maskierten Magier und anderen perfiden Trittbrettfahrern in den sogenannten sozialen Medien“, erläutert der Generalsekretär des Zirkels, Pomfrey Lettuce-Judge, in einer Pressemitteilung. „Als besonders verwerflich bewerten wir, dass bereits auf dem Frontispiz des Buches ein wichtiges Trickprinzip des Becherspiels offengelegt wird – der vermutlich älteste gedruckte Trickverrat der Geschichte, und das an überaus prominenter Stelle!“ (siehe Abbildung).

Lettuce-Judge räumt jedoch ein, dass der Zirkel den derzeitigen Aufenthaltsort des längst verstorbenen Beschuldigten nicht kenne, weshalb sich eine Zustellung der Verfahrensunterlagen bislang eher schwierig gestalte. „Aber einige unsere besten Mentalisten arbeiten bereits daran“, verspricht der Sekretär.


Neues A-B-C der Taschenspieler-Kunst

Wittus Witt hat soeben den fünften Band seiner wunderschönen Buchreihe vorgelegt. Die aktuelle Ausgabe ist eher dokumentarisch als erforschend-inspirierend ausgefallen und enthält auf 156 Seiten die folgenden Beiträge:

  • eine Würdigung von Dieter Michel-Argola (1936-2018) mit Beiträgen von Marc Michel, Oguz Engin und Frank Musilinski sowie zahlreichen Memorabilien, u.a. Briefen von Alois Kassner (Diesen Beiträgen hätte allerdings ein Korrekturleser gut getan.)
  • eine Fortsetzung der akribischen bibliografischen Erfassung alter Zauberkataloge durch Dr. Steffen Taut, diesmal mit den Horster-Katalogen von 1920 bis 1959
  • die Buchstaben D bis F aus dem Künstlerarchiv von Jochen Zmeck.

Ergänzt wird der Band wieder durch eine Reihe schöner Dreingaben, darunter eine nachgedruckte Autogrammkarte von Argola sowie eine Horster-Preisliste von 1925 als Faksimile.

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Zeitgleich kündigt Wittus Witt sein neuestes Werk an, eine umfassende und reich bebilderte Chronik der Zauberstadt Hamburg. Beigelegt sind eine DVD mit Mitschnitten Hamburger Zauberer, ein Kalanag-Programmheft im Faksimile sowie ein Nachdruck der ersten Zauberzeitschrift von 1897. Das Buch erscheint im Juni 2021 zum Preis von 47,50 Euro.

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An Interview With Kalanag Biographer Malte Herwig

“Kalanag Is the Stuff Hollywood Is Made of”

After seven years in the making, today is the official launch date of Malte Herwig’s comprehensive biography in German, Der grosse Kalanag [The Great Kalanag], published by Penguin Random House in Munich with a first run of 10,000 copies. Malte is an academic with a doctorate in literary studies, a historian, an author of several acclaimed books, and a journalist. On a whopping 480 pages he narrates and analyzes the wily and agile life of Helmut Schreiber (1903-1963), an always-on-the-go amateur magician who became an eminent official both in film and magic during the Third Reich, seeking the bubble reputation and rubbing shoulders with the Nazi top brass including Adolf Hitler himself more than once. After the Second World War, with both a questionable denazification document and an occupational ban for the film industry in his hands, Schreiber reinvented himself quickly and mysteriously as “Kalanag,” the illusionist. Henceforth, he successfully toured the world with his magical musical revue of stunning size while at the same time making his shady past disappear in the wartime ruins.

Malte dug deep into archives and sources, as not only the 50 pages of footnotes in his book attest to. He also managed to track down a number of contemporary witnesses of Schreiber’s doings. In this interview Malte speaks of his personal approach to Kalanag, the great support he has received from the magic community, and his biggest discoveries on his quest. An English version of his book may appear in the future, as the worldwide rights are currently put on sale.

Photo: (c) Christina Körte

Malte, when and where was your first encounter with Helmut Schreiber-Kalanag?

Ten years ago, I came across the Hamburg Magic Circle on the internet. „Magic Circle“ – I thought that sounded secretive and mysterious. So I got in touch with Thomas Gundlach, its chairman, and asked him whether I could stop by one day. He immediately replied and invited me to the next public performance in their own Magiculum theater. In the bar I noticed a photograph on the wall of a man who looked a bit like Heinz Erhardt [a portly, famous German post-war comedian], and I was immediately informed that this was the famous Kalanag! I had never heard the name before and started my research about him that same night. The rest is history.

What was it about Schreiber that fascinated you most and finally led you to write his biography?

I’m a historian, and I have dealt with German history in the 20th century time and again because its aftermath is still perceptible today. But my background is in the arts, in literature, and the feuilleton. I’m fascinated by Kalanag not only because he was an interesting artist, but also because of his incredibly tantalizing political biography. During the First World War, he performed magic as a 13-year-old in military hospitals. He has lived through the Roaring Twenties in Berlin. He has built his career in the Third Reich, and he became globally famous after the Second World War as the illusionist from „Wirtschaftswunder [lit. economic miracle] Germany.“ Kalanag’s life is a parable about German history in the 20th century. He is the magician of „the Zero Hour“ after Germany’s collapse, which in itself is probably the greatest illusion of all.

Budding magician Helmut Schreiber
(Photo: Archiv Stiftung Zauberkunst)

How important was it for you that Kalanag was a magician and a magic official? Or would you also have dealt with him, with a similar vita, if he had been, say, an entrepreneur, a conductor, or a civil servant?

I have to admit that I would never have had the necessary patience to write a 500 page biography of a department head. I have spent seven years working on this book. Having said that, you do not only want to entertain your audience, but yourself as well. Besides, I believe that the enthusiasm you feel during your work will transfer itself onto others. You cannot create this artifically or by simply claiming it. It needs to be authentic. For me, it has been an adventurous ride, and that‘s what I want it to be for my readers, too.

What were your first steps into researching Schreiber’s life?

My first visit was with Michael Holderried, who unlocked his barn for me where all the wonderful original Kalanag illusions are stored. This warmed my reporter’s heart. I love this kind of research that leads into barns and attics, and Michael was a wonderful first guide into the Kalanag kingdom. Then came Uwe Schenk and Michael Sondermeyer with the Kalanag estate kept in their Stiftung Zauberkunst [German Magic Arts Foundation], then Wittus Witt with his extensive magical knowledge. I was also in close contact with Richard Hatch and Bernd Heller, whose early research on Kalanag had lead the way. Further precious support on Kalanag’s doings in Austria and Switzerland came from Magic Christian in Vienna and Rico Leitner in Zurich. As an outsider, I have received a level of help and generosity from the magic community that is truly without match.

You have started early to track down contemporary witnesses of Kalanag, like dancers from his Revue. Were you successful?

That was actually the toughest part of my research. But as a veteran reporter, I have some practice in tracking down people, and again I had a lot of support from magic circles to get in touch with them. My talks with former employees and with other witnesses like David Berglas, Paul Potassy and Siegfried are among my most precious experiences during this project. Of special importance were my encounters with Kalanag’s two daughters, half-sisters both named Brigitte [!]. That’s why I never let up. I would literally walk to the end of the world in order to speak to interesting people!

Please tell me more about those daughters with the same first name!

I‘m likely the only person who has met both of them. These encounters are among the most touching experiences I have had during my entire research. The older Brigitte was already in her nineties when I met her, but what a lively and special woman! I tracked down the younger Brigitte shortly before the end, even though I had been told time and again that she had passed long ago. Which goes to show that you should never give up! I’m narrating both meetings extensively in the book.

Kalanags wife and show partner Gloria de Vos with their daughter, Brigitte
(Photo: Archiv Stiftung Zauberkunst)

Amazing… Do you also happen to have any news on the missing Nazi Gold and the role Schreiber played in it?

Had I found the Nazi Gold, I would be speaking to you from my estate on the Seychelles or at least from the Philippines, like good old Paul Potassy, who produced some gold coins from his mouth during our Skype talks. But in fact, after years of research, I have discovered detailled information about Kalanag’s accounts and even about the mysterious keys Gloria had found after his death, which I had initially considered mere concoction by Punx. I lay open all these information in the book. Treasure hunters to-be may use them as a map and take it from there.

Is there a guiding theme in your biography, maybe a sentence that best describes, in your opinion, Helmut Schreiber’s many deceptions as a man and a magician?

„Simsalabim – Here I am again!“ That’s the magic formula by which Kalanag had reinvented himself and his life. The „Simsalabim,“ which he took from Dante, is a part of it as well as the „Here I am again!“ He was a tumbler, a comeback kid, and a careerist. From the very beginning I was intrigued by the question how Helmut Schreiber-Kalanag had used his talent as a magician in his real life. I find the German term „Täuschungskünstler“ [lit. deception artist] very fitting. The magician Kalanag has deceived his audience on stage–in civil life, Helmut Schreiber the man has deceived the Allies, the Nazis and those closest to him, his friends and family. And he did it so cleverly that most of them, but not all, were willingly and happily deceived. Now that is the true art of magic!

Helmut Schreiber and his wife paying a visit to Adolf Hitler in his mountain retreat, the Obersalzberg
(Photo: National Archives at College Park, Maryland / photo by Heinrich Hoffmann)

Your book is published by Penguin Random House and targeted to a broad audience. Which appetizers do you have in store for the magic community?

There are insights into his magic notebooks (also within the photo section), backstage views and a lot more. I was able to virtually draw everything out of his estate. I also show how this boy from Swabia has managed to build such an impressive global career. There’s a lot you can learn from that, even today, good or bad. Another thrilling story is the magicians‘ duel. For the first time I narrate in detail the acrimonious feud between Kalanag and Marvelli, which was carried out in the Third Reich and afterwards with all means you could imagine.

Another dark chapter… So what’s your biggest discovery in the life of Kalanag?

His personality. Helmut Schreiber the man had completely vanished behind Kalanag the magician, with all his brisk patter and his breath-taking speed magic. I am convinced that he wanted it that way. He himself, his character and his most inner self were meant to remain secret. And yet I have gotten very close to him, mainly through the conversations with his two daughters.

This book isn’t a novel, but a true story. For a novel, Kalanag’s life would have been too elusive to be believed. (M.H., page 420)

So according to your research, how much truth or illusion is included in Schreiber’s own autobiographical writings?

Kalanag has taken a handful of truths and a big can of fiction and has mixed them well. At first, I didn’t believe any of his writings, then I started digging for proof and checking his stories for plausibility. I’m showing in the book how he purposefully stylized himself, following the literary tradition of Robert-Houdin and other famous predecessors. As is the custom for any decent magician, Kalanag’s memoirs are part of a grand illusion.

Always on center stage: Kalanag with his Mystery Girls
(Photo: Archiv Stiftung Zauberkunst)

Have you had any touchpoints with magic before your project? If so, has your view on magic changed through your book?

As a teenager I had read a few magic books and had owned a magic kit. I’m reasonably proud that I managed to teach myself the front and back palm back then. But for me, those were only tricks. I did not have a feeling for the art. Today, I’m lacking the manipulative skills, but after seven years with Kalanag and many interesting encounters with magicians, I have gained enormous respect and appreciation for the art of magic, her traditions and values. I think this is shining through in my book, which is not only telling about the „Great Kalanag“, but also about the fascination of the magical arts.

Final question: Is an English edition of your book already in the making or an option?

Currently, my publisher Penguin Random House is offering the global rights for the book. I feel that the thrilling story of Kalanag the magician and his times is not only of interest for a German audience. Kalanag has worked his magic before Hitler, and then he has literally conquered the world. It‘s a story full of achievements and setbacks, a story about truth, lies and treason and about the fact that all of us are sometimes willing to be deceived. Kalanag is the stuff Hollywood is made of.

Thank you very much for this talk, Malte, and best of luck with your book!


(German interview and translation into English: Jan Isenbart)

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No, Helmut Schreiber did not lie. He was much too clever to do so. He pretended, deluded, suggested, chatted away, manipulated, and twisted the facts until you came to a different conclusion on your very own. (…) For Helmut Schreiber the magician, the world was anything that it could be. Truth had many facets; after all, everything was just a matter of perspective, wasn’t it? Only those tell lies who commit themselves to something. (M.H., page 44)

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Here’s a link to Malte Herwigs Website (in English and German). To find him on Twitter und Instagram (in German), look for @malteherwig.

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Malte’s YouTube trailer for his book:

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From the Penguin Random House press release:

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