Fröhliche Becher-Tage?!

Der Corona-Virus gibt uns immerhin gerade reichlich Gelegenheit, viele unserer alltäglichen Routinen zu hinterfragen und alternative Wege auszuprobieren. Warum zukünftig nicht auch mal beim Thema Zauberkongresse und -seminare?

Ich habe mich gefragt, ob zwischen diesen etablierten Formaten mit all ihren Vor- und Nachteilen noch Luft ist für ein “Zwischending”. Meine Idee: Statt bunt-beliebigen Verkaufskongressen – oder ergänzend dazu – monothematische Ein-Tages-Workshops mit begrenztem Teilnehmerkreis.

Am Beispiel “Becherspiel” könnte ein solcher Workshop etwa so ablaufen:

1. Video-Einstieg (und/oder Videos oder Live-Demonstrationen nach jedem Programmpunkt)

2. Historie und Bedeutung des Becherspiels in der Zauberkunst

3. Klassische Routinen und ihre Schöpfer (inkl. Detailanalysen)

4. Etwas Kultur: Das Becherspiel in der bildenden Kunst

5. Besonderheiten von Chop-Cup- und Zwei-Becher-Routinen

6. Praktische Tipps für das Becherspiel am Tisch / im “Salon” / auf der Bühne / auf der Straße

7. Schlussladung: Eine Parade neuer Griffe, Variationen und Präsentationsideen (unter Beteiligung des Fachpublikums)

Ich für meinen Teil hätte reges Interesse und große Lust, daran oder an ähnlich gestalteten monothematischen Veranstaltungen teilzunehmen!

Dies als kleine Anregung, die jemand hoffentlich in der Zukunft einmal aufgreifen und weiterdenken mag. Vielleicht ja die Stiftung Zauberkunst?

Andererseits gilt es zu bedenken: Vielleicht sind für so eine tiefe Auseinandersetzung nicht sehr viele Tricks und Themen geeignet? Wenig ist so vielseitig wie das Becherspiel. Insofern könnte ein ganzer Workshop-Tag über Theorie und Praxis des Ladens und Stehlens der DS vielleicht schnell ermüden? (Aber als Ermutigung könnte man ja vielleicht den “Goldenen Daumen” für eine echte Spitzen-Darbietung ausloben!)

Kurzfassungen dieses Konzeptes sind sicher auch für Zirkelabende denkbar und machbar. Es muss ja nicht immer gleich enzyklopäisch sein! Sonst gipfelt das Ganze am Ende noch in den Tollen Tübinger Thumbtip Tagen, dem Wuppertaler Wasserzeitungs-Wochenende oder gar im fünftägigen Remscheider Ringe-Piez…


 

ZDF und ORF mit neuer Show “1000 Tricks”

Fig1

Die ZDF-Pressestelle vermeldete jüngst dieses:

Zaubern wie die Großen: In Wien entsteht derzeit in einer ZDF/ORF-Koproduktion die Zaubershow “1000 Tricks”. Vier Nachwuchsmagierinnen und -magier entführen junge Zuschauerinnen und Zuschauer in 13 Folgen in die spektakuläre Welt der Zaubertricks. Die Ausstrahlung ist für 2020 im ORF und bei KiKA geplant.

Wie lässt man eine Cola-Dose fliegen, liest die Gedanken seiner Freunde oder drückt eine Münze mühelos durch einen massiven Holztisch? Die jungen Zauberer Melli und Christoph verblüffen die Zuschauer zu Beginn jeder Sendung mit perfekt vorgetragenen Illusionen. Doch bevor sie ihre Geheimnisse lüften, zeigt Magier Tristan unter dem kritischen Blick seinen Zauberschüler, wie man Menschen ganz einfach verschwinden lassen oder zum Schweben bringen kann. Doch dass beim Zaubern nicht immer alles glatt geht, zeigt “Magic Max”: Seine Kunststücke bewegen sich immer am Rand einer kleinen Katastrophe. Alle vier Protagonisten teilen ihr geheimes Wissen mit den Zuschauerinnen und Zuschauern – mit etwas Übung zu Hause kann so jeder zum umjubelten Magier werden. Doch nicht alle Tricks werden auch aufgelöst. Begleitend erklären Bilder und Grafiken, wie weit Wahrnehmung und Realität bei optischen Täuschungen auseinanderliegen können.

“1000 Tricks” ist eine Produktion der Tower 10 Kids TV im Auftrag des ORF und des ZDF. Die verantwortliche ZDF-Redaktion hat Jochen Steuernagel. Gedreht wird bis 10. Juli 2020.

Ob Magic Max wohl “unser” Magic Maxl ist?! Wir werden sehen!


 

Zauberhafte Verkehrserziehung

Autobahn
Wer in diesem Symbol einen Hasen im Zylinderhut erkennt, ist hier richtig!

“Der Zauberzwerg”-Macher Volkmar Karsten lässt uns in seinem wunderbaren Blog zur Kinderzauberei gerade quasi live an der Entstehung seines neuen Programms zum Thema Straßenverkehr und Verkehrssicherheit teilhaben – ein spannendes Experiment.

Hier sind ein paar lose Trick- und Gag-Ideen von mir zum Thema, teilweise aus alten Notizbüchern zusammengetragen:

  1. Am Zauberstab ist eine Fahrradklingel befestigt, die vor jedem Zauberspruch betätigt wird.
  2. Der Zauberer kommt mit einem halben Fahrrad auf die Bühne, bestehend nur aus Vorderrad, Gabel, Lenkstange und Lenker, außerdem einem Ständer zum Abstellen. An der Lenkstange ist ein Korb für Requisiten angebracht.
  3. Die “Economy-Variante” besteht nur aus Lenkstange und Lenker mit Hupe oder Klingel, womit der Künstler unüberhörbar in den Saal “einfährt”.
  4. Eine “magische Fahrradlampe” entwickelt ein Eigenleben und geht scheinbar immer wieder von selbst an oder aus.
  5. Ein Riesenzauberstab entpuppt sich beim Entrollen als tragbarer Zebrastreifen.
  6. Zur „Entstehungsgeschichte“ des Zebrastreifens kann man natürlich auf den Trick “Zebra Silk” zurückgreifen.
  7. Aus einer als Ampelkasten dekorierte Fantasta erscheint Stück für Stück das kompliziert-skurrile Innenleben einer “modernen” Ampel, oder sie dient fortlaufend der Produktion benötigter Requisiten.
  8. Mit Goldins “Double Color Changing Silks” oder auch den Chinesischen Schnurstäben kann der kreative Zauberer “magische Vorläufer” der heutigen Ampel präsentieren.
  9. Mit ein paar kleinen Verkehrshütchen (auch “Leitkegel” oder “Pylone” genannt; gibt’s im Spielwarenhandel) lässt sich nicht nur die Spielfläche themengerecht abgrenzen; auch ein spezielles Becherspiel kann damit vorgeführt werden.
  10. Mittels einer Schülerlotsen-Kelle kann man selbstverständlich prima einen Kellentrick vorführen – mit maximaler Sichtbarkeit!
  11. Auch eine grell leuchtende Warnweste bietet sich als thematisch passendes Requisit an – vielleicht für eine kleine Quick-Change-Einlage oder eine (wie auch immer begründete) Befreiung oder Entfesselung?
  12. Von Thomas Vités bekanntem “Exit”-Trick besitze ich die Variante, bei der das Schild am Ende aufgeklappt wird und dort die Abbildung eines Polizisten zu sehen ist – und der Künstler steckt seinen eigenen Kopf  durch ein Loch im ausgeklappten Kartonbogen und wird dadurch zum Polizisten!
  13. Der großartige britische Kinderzauberer John Kimmons (“Kimmo”) bietet einen wunderbaren Vorhersagetrick namens “The Big Race” mit Kinderbeteiligung an, und eine der Varianten stellt ein Autorennen dar. Nicht ganz verkehrsregelkonform mit Kindern am Steuer, aber ein großes interaktives Spektakel, das z.B. immer das Geburtstagskind gewinnt!
  14. Aus den (dank lateralem Denken, s.o.) teilweise zweideutigen Verkehrszeichen lässt sich ja die eine oder andere pikante Geschichte für Erwachsene erzählen (erhältlich unter dem Titel “Die Sache mit dem Verkehr”, glaube ich); mit etwas Fantasie lässt sich auch etwas Lustiges und Kindgerechtes entwickeln, wobei gleichzeitig wichtige Informationen zu einzelnen Verkehrsschildern vermittelt werden.
  15. Alternativ ist es möglich, nach dem Prinzip des “McCombical Decks” eine wunderbare Schilder-Übereinstimmung (mit Aufsitzer) zu inszenieren.
  16. Ebenso könnte auch der bekannte Kartensteiger auf dem Zeichenblock („Cardiographic“ von Martin Lewis) mit Verkehrszeichen vorgeführt werden.
  17. Das Thema „Feuerwehr“ fasziniert viele Kinder. Warum nicht mal die eigene Seilroutine als „Der widerspenstige Feuerwehrschlauch“ vorführen? Ein auf dem Kopf festgeschnalltes Blaulicht sorgt dabei für große Heiterkeit!
  18. Ein abschließender Gedanke: Ein reines “Erziehungsprogramm” zum Thema Straßenverkehr ermüdet nach einer halben Stunde vielleicht sogar die größten Streber unter den Kleinen… Warum daher nicht auch einen Trick einstreuen, der noch morgens zuhause spielt, also vor dem Schulweg, oder dann später in der Schule? (Mein “Pausensnack Mental” bietet sich da beispielsweise an, mehr dazu an anderer Stelle). Außerdem lassen sich so auch noch problemlos weitere Requisiten wie z.B. ein Schulranzen, eine Brotbox oder ein Tafeltrick ins Programm integrieren.

 

Zauberhafte YPS-Erinnerungen

YPS_Cover_Fallbeil

Anlässlich des schönen YPS-Beitrags von Wittus Witt im aktuellen, dritten Band seines A-B-C der Taschenspieler-Kunst (siehe diese Meldung) inklusive Leserumfrage möchte ich auch hier meine Erinnerungen dazu teilen.

Leider hat mein Taschengeld nie für die YPS-Hefte gereicht, und meine Eltern wollten mir diese auch nicht kaufen. Dafür gab’s oft die Micky Maus, und die hatte ja auch eindeutig die besseren Comics! Aber ein Freund von mir bekam jede YPS-Ausgabe, und ich kann mich noch dumpf an die legendären Urzeitkrebse, Solar-Zeppeline und Agentenausrüstungen (Fingerabdruck-Pulver, Teleskop-Periskop und Pistolenbuch!) erinnern. Und an das “Abenteuer-Zelt für zwei Mann”, das so verdächtig nach einem auch unten offenen Müllsack aussah…

Wahrscheinlich verdanke ich YPS auch die erste Begegnung mit einem schwarz-roten Plastikeierbeutel, präsentiert von Hardy (Heft 166). Als einzigen Trick (naja, eher ein Puzzle) aus der Zeit habe ich tatsächlich irgendwo im Keller noch “Die Trickbox mit dem vertrackten Labyrinth” (Heft 170). Vermutlich habe ich die damals meinem Freund abgeschwatzt.

Gesammelt habe ich diese Tricks aber nie. Als es allerdings vor ein paar Jahren nochmal kurzzeitige Wiederbelebungsversuche des Magazins gab, habe ich mir doch ein oder zwei Hefte mit Zauber-Gimmicks gekauft und bis heute ungeöffnet aufbewahrt.

Was mir erst jetzt erst beim Betrachten der ganzen magischen YPS-Titelbilder im A-B-C klar wird: Ein Teil der Gimmicks stellt ja praktisch das frühe, heute klassische Tenyo-Sortiment dar (wenn auch vermutlich in noch billigerer Qualität), von Chinese Sticks und Coins in Nest über Fingerguillotine, Kartenkassette und Soft Coins bis hin zu Telesphere, Time Capsule, Twister und Zig Zag Cig!

Wer tiefer ins Thema YPS-Gimmicks einsteigen will, dem sei neben Witts Beitrag diese umfassende Sammlerseite empfohlen:

https://www.ypsfanpage.de/gimmicks/

Dort habe ich z.B. gelernt, dass die “Geld-Zauber-Maschine” immerhin auf Platz 9 der beliebtesten YPS-Gimmicks liegt – und auch genau 9 Mal (wie auch das Pups-Kissen) einem YPS-Heft beilag. Unangefochten auf Platz 1: die Urzeitkrebse mit 22 Auftritten!


 

Neues zur Taschenspielerkunst von Adrion bis YPS

ABC_Cover_Band3

Der zweite Band ist noch gar nicht vollständig gelesen, da legt Wittus Witt schon mit der dritten Ausgabe seines A-B-C der Taschenspieler-Kunst im Buchformat nach! Auf 156 Seiten bietet diese u.a. Lesenswertes von und über Alexander Adrion sowie einen echten Leckerbissen für Sammler: einen umfassenden Überblick über die Zauber-Gimmicks und -themen des einst großen und beliebten Kindermagazins YPS! Wer da nicht gleich anfängt, in seinem Zauberkeller und seinen Kindheitserinnerungen zu kramen…

Als Beilagen enthält dieser Band Reproduktionen von zwei Adrion-Drucksachen sowie, auf der Innenseite des Buchumschlages, des “Großen YPS-Zauber-Posters”.

Nach einem Wechsel der Druckerei kostet das A-B-C  im zweiten Jahrgang und in bibliophiler Ausstattung jetzt 52,50 Euro im Jahresabo, Versand inklusive. Schriftliche Bestellungen am besten direkt an abc@wittuswitt.de.

Hier geht es zu den Meldungen über Band 1 und Band 2.


 

Magie & Corona

Corona Spongeballs3

Es ist schon sehr beachtlich und respektabel, wie ich finde, was unsere kleine, aber feine Zauberfachpresse angesichts der Corona-Krise mal eben so alles aus dem Boden stampft!

Aladin Corona Special

Hanno Rhomberg und sein Aladin-Team aus Österreich haben kürzlich ein umfangreiches Corona-Special erstellt und online frei zugänglich gemacht, auch für Nicht-Abonnenten. Dabei handelt es sich um den Themenschwerpunkt des kommendes Heftes 1/2020.

Heute folgen nun MW-Herausgeber Wittus Witt und FISM Ehrenpräsident Eric Eswin mit einem gemeinsamen Aufsatz zu den Konsequenzen der Corona-Krise für die Zauberei. Der Clou: Dieses MW-Spezial erscheint dank fleißiger Übersetzer direkt in vier Sprachen (ENG, D, ESP, FR). Als tröstlichen Zaubergag enthält es ein Papierzerschneiden, um das Corona-Virus flugs von der Weltkugel verschwinden zu lassen. Wenn es doch so schön einfach wäre!
Auch dieses Special ist kostenlos erhältlich und darf gerne weiterverbreitet werden.

MW Special Corona

Hier kann man es bei Wittus herunterladen: MW-Spezial-Corona

Beide Produkte sind lesenswert und regen mit ihren Informationen und Ideen dazu an, sich ernsthaft mit den mittel- bis langfristigen Auswirkungen auf die (Zauber-)Kunst zu befassen – was mir auch nötig erscheint, weil doch offenbar sehr viele Menschen noch davon ausgehen, dass unsere Welt und unser Alltagsleben in zwei bis vier Monaten einfach wieder so aussehen werden wie vor dem Virus… Aber dazu bräuchte es schon eine verdammt große Prise Zaubersalz, fürchte ich!


Zu zahlreichen weiteren kostenlosen Zauberangeboten rund um Corona geht es hier!


 

Titelseiten-Wettbewerb der “magie”

magie_kopf

Verspätet – ja. Aprilscherz – nein!

Ein Jahr ist es nun her, dass die magie-Redaktion ihre Leser zu einem kreativen Titelseiten-Wettbewerb aufgerufen hatte. Nun war endlich genug Platz im aktuellen Heft (April 2020), um die zahlreichen Einsendungen in halbwegs lesbarer Größe abzubilden und zur Abstimmung zu stellen.

Viele tolle Ideen sind bei der Redaktion eingereicht worden, wie man nun ab Seite 198 sehen kann. Auch ich fühlte mich damals direkt bemüßigt, knapp zwei Dutzend Entwürfe in einer nächtlichen Session zu erstellen und beizusteuern. Einige meiner Motive waren ohne Frage augenzwinkernd gemeint, andere stellten auf hoffentlich plakative Art Titelthemen dar, die ich tatsächlich selbst einmal gerne in der magie lesen würde. Nachfolgend drei von meinen liebsten Kreationen:

Wer also MZvD-Mitglied und damit magie-Bezieher ist, möge doch nun bitte gerne an der Abstimmung teilnehmen, damit durch ein möglichst breites Meinungsbild aus der Leserschaft der verdiente Sieger gekürt wird! Jede Stimme zählt, und bei 87 Entwürfen und geschätzt vielleicht rund 100 teilnehmenden Lesern kann auch jede Einzelstimme bereits über Sieg oder Platz entscheiden. Insofern freue ich mich, wenn viele von euch abstimmen – es muss ja nicht für einen meiner Entwürfe sein…

Einsendeschluss ist der 5. Mai 2020. Danke für’s Mitmachen!


 

Wenn die Magie ins Wohnzimmer streamt

MaH_Mods

Glückwunsch, Dankeschön und Respekt an die beiden Nachwuchs-Künstler Marco Weissenberg und Till Frömmel für ihr dreitägiges MagicAtHome Streamingfestival an Ostern! Das alles binnen zwei Wochen auf die Beine zu stellen, technisch wie administrativ, und dann noch drei Sessions mit 18 Gästen und bald sechs Stunden Gesamtdauer locker durchzumoderieren, ist schon eine bemerkenswerte Leistung!

Trickerklärungen gab es zwar keine (schließlich konnten ja auch Muggels den Stream verfolgen), dafür aber jede Menge kurze Zaubereinlagen, Einspielfilme, Tipps und Einsichten von Profis und lockerer Talk. Manches spannende Thema hätte gerne noch vertieft werden können, und mancher Stream aus deutschen Wohn- und Arbeitszimmern holperte halt technisch nur im 90er-Jahre-Substandard daher (wo ist eigentlich Deutschlands Digitaloffensive, wenn man sie wirklich mal braucht?), was ich bei Gastons Zauber-Diva Jaqueline, die aus der bayrischen Provinz zugeschaltet war, besonders bedauerlich fand – aber sei’s drum. Auch einige Besserwisser und Schwatzbasen im begleitenden Chat nervten, das konnte aber die überaus positive Grundstimmung, die sich vom Bildschirm ins eigene Wohnzimmer übertrug, nicht wirklich schmälern.

Zu Gast waren Wolfgang Moser, Simon Pierro, Topas, Alana, Martin Sierp, Gaston Florin, Jakob Mathias, Nikolai Striebel, Magic Maxl, Timon Krause, Thorsten Havener, Max Muto, Moritz Müller, Cody Stone, Semjon Sidanov, Catherine Hering, Hanno Rhomberg und Eva Rühl (vom Ehrlich Brothers Fanclub).

Ich habe leider nicht alle Künstler gut per Screenshot erwischt, aber hier eine kleine Zusammenschau der hochkarätigen und zumeist erfrischend uneitlen und auskunftsfreudigen Teilnehmer:

Wer das Festival komplett oder in Teilen verpasst hat, muss sich aber nicht grämen: Alle drei Sessions bleiben in voller Länge hier über YouTube abrufbar:

Tag 1 

Tag 2

Tag 3

Unter den YouTube-Videos finden sich auch Links zu den Websites aller Künstler.

#Zusammenhalten gilt aber auch hier: Wer fair ist, nassauert nicht einfach die sechs Stunden gratis weg, sondern spendiert zumindest ein Scheinchen Eintrittsgeld hier!

50 Prozent dieser Einnahmen gehen laut den beiden Veranstaltern an Institutionen, die sich für betroffene Menschen in der Corona-Krise einsetzen. Die anderen 50 Prozent gehen an die teilnehmenden Künstler, die in dieser schweren Zeit auch so gut wie keine festen Einnahmen haben. Einige der Künstler haben sogar auf ihre Gage verzichtet, um anderen zu helfen, die es im Moment noch schwerer haben. Toll!

Als Dank für eine gekaufte Eintrittskarte gibt es dann per Mail sogar noch ein digitales VIP-Ticket, mit dem man stolz zeigen kann: Ich war bei der Premiere dabei, und natürlich habe ich gerne Eintritt bezahlt!

Bis zum 19. April kann noch gespendet werden, dann endet die Ticket-Aktion.

Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen. Wir freuen uns schon auf mehr, wenn auch gerne in besseren und kontaktintensiveren Zeiten!

MaH_Ticket


 

Wenn Zauberkunst ins eigene Wohnzimmer streamt

JanL1

SAVE THE ART nennt sich ein neues, spannendes Projekt, das von den Hamburger Zauberkünstlern Lucas Kaminski und Jan Logemann mit Studio 17 initiiert wurde. Das Ziel: “Das Theater kommt zum Gast” – und das per Livestream ins eigene Wohnzimmer. Es passt somit perfekt zum derzeitigen Corona-Lockdown, unter dem natürlich auch gerade die dadurch beschäftigungs- und umsatzlosen Künstler und Theaterbetreiber leiden. Der Ticketpreis beträgt 9,90 Euro. Weitere Gäste vor demselben Bildschirm zahlen – auf Vertrauensbasis – nur 6,90 Euro; auch Spenden sind möglich.

Die Premiere am 26. März zumindest darf schon mal als voller Erfolg gewertet werden. Registrierung, Link-Versand und Übertragung bei YouTube klappten bei mir einwandfrei, auch Bild und Ton waren bestens. In der Spitze waren 590 Bildschirme live dabei und davor etwa 1.000 zahlende Zuschauer (vermutlich plus eine Dunkelziffer nicht-zahlender Mitgucker). Denen hat es in Summe offenbar hervorragend gefallen, denn der begleitende Live-Chat quoll geradezu über von Lob und witzigen Kommentaren.

JanL2

Neben starker Zauberkunst und skurrilen Texten von Musik-Kabarettist Felix Oliver Schepp gefielen die natürliche Atmosphäre und der lockere Plauderton, der auch Raum für Improvisation ließ. So kam der Abend tatsächlich nicht als streng getaktetes Kleinkunst-Programm rüber, sondern mehr wie eine gesellige Runde unter guten Bekannten, an der man aus dem eigenen Wohnzimmer heraus teilhaben konnte. Den diesbezüglichen Vergleich eines Sehers zur Late-Night-TV-Sendung “Inas Nacht” fand ich sehr treffend.

Übertragen wurde professionell mit mehreren Kameras aus dem kleinen, feinen Zaubertheater Magiculum des Magischen Zirkels Hamburg. Der versendete Link ist nach wie vor gültig, d.h. wer bezahlt hat, kann die Show auch nachträglich noch einmal anschauen.

Schade nur, dass aufgrund einer Terminverschiebung dieser Premiere der angekündigte Roland Henning nicht mit dabei sein konnte; ich hätte ihn gerne einmal “live” gesehen! Dafür gab es zwei großartige Einspieler mit Gästen: Helge Thun bekämpfte das Coronavirus zuhause virtuos mit Münzen und viel Seife; Denis Behr überzeugte wie immer, diesmal als “Expert at the Kitchen Table” mit einer Center-Deal-Routine. (Und ich glaube, im Hintergrund lief seine Spülmaschine…)

Für die nächsten Donnerstage sind weitere Abende mit Jan Logemann und Gästen geplant. An anderen Abenden spielen auch andere Künstler. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht und ob diese Art des bezahlten Heim-Theaters in unserer Kostenlos-Kultur einen Platz finden wird. Schön wär’s!

Zu den weiteren Terminen und Künstlern geht es hier.


 

Fundsache: Wie aus Feuer Zauber und aus Puncks Punx wurde…

Punx der Unfassliche

Ludwig Hanemann-Punx war nicht nur ein Meister der Zauberkunst, sondern auch des Wortes und der Ästhetik. Sein frühes, kleinformatiges Programmheft, “Punx der Unfassliche” betitelt, darf als wunderbarer Beleg dafür dienen und ist daher, obwohl nicht gerade selten, ein kleines Schmuckstück meiner Zaubersammlung.

In dem Heftchen schildert Hanemann auch, wie er als Schüler unter dramatischen Umständen zu seinem Künstlernamen kam:

Punx der Unfassliche_Puncks

Wenn’s denn stimmt, hat jener Dr. Kappe auf diesem Weg einem wahrlich zauberhaften Künstlernamen ins Leben verholfen, der um so viel magischer klingt als jeder dahergelaufene Scholzano oder Müllerini!

Mehr über das “Prairiefeuerzeug Punks” (hier nur mit ‘k’ geschrieben) findet sich übrigens in Karl Mays Der Scout, wie hier nachzulesen ist.