Die Zauber-Lage am Sonntag

19.09.2021

Nachdem Andreas Fleckenstein mit Blick auf die anhaltenden Corona-Bestimmungen das nächste Treffen der Zauberhistoriker in Frankfurt nun doch noch einmal auf 2022 verschieben musste, springt nun kurzfristig Wittus Witt ein und lädt für den 28. und 29. Oktober nach Hamburg. Jörg Borrmann stellt dafür zwei Tage lang sein “Wunderkontor” kostenlos zur Verfügung. Toll!

Alle weiteren Infos gibt es hier.

Dann also auf nach Hamburg!

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Multitalent Jan Logemann überrascht weiter mit spannenden Projekten. Nicht nur steht in Kürze der 52 Freunde Stand-Up Kongress an, er bastelt derzeit zudem an “Logemanns Faszinarium”, einer neuartigen Kombination aus Zauberkasten und Zauberschule. Das Projekt soll über Crowdfunding realisiert werden.

Auf der eigens eingerichteten Webseite heißt es dazu:

“Das Faszinarium entsteht in Hamburg in Zusammenarbeit mit vielen kreativen Köpfen. Neben acht Meistermagiern als Dozenten arbeitet ein 10-köpfiges Team an der Struktur des Faszinariums. (…) Das Ziel: Ein umfassendes Studium des Staunens ins Leben zu rufen, Zauberkunst in den Alltag zu bringen und den Austausch zu fördern. Dabei sollen auch Fortgeschrittene noch bereichert werden und von dem Gemeinschaftsgedanken profitieren. Im Mittelpunkt steht der Austausch über Techniken, Kunststücke und Konzepte in Theorie und Praxis. All das anhand von unzähligen Routinen aus Meisterhand, die im Detail analysiert und besprochen werden.”

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Der lange erwartete Film “Looking for Erdnase” von Hans-Joachim Brucherseifer soll nun laut Ankündigung auf Instagram bis Jahresende fertiggestellt werden.

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Volkmar Karsten, Betreiber der informativen Webseite Der Zauberzwerg, hat ein weiteres Fachbuch geschrieben. Die Familien-Zaubershow – Das Programm für alle Generationen widmet sich auf 150 Seiten den spezifischen Anforderungen und Möglichkeiten von Shows, die sich gleichermaßen an Kinder und Erwachsene richten. Das Buch erscheint als Band 9 von Karstens „Schriftenreihe zur Zauberkunst für Kinder“ und kostet 25 Euro.

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Theo Böhm von der Magic Factory gibt seit einigen Wochen in seinem Newsletter regelmäßig kurze Hintergrundinformationen zu den heutigen Herausforderungen der Produktion von Zauberartikeln. So erfährt man beispielsweise, warum Klappblumen kosten, was sie kosten, und warum ein Händler mal nicht eben selbst Daumenspitzen produzieren kann. Lesenswert!

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Richard Wiseman und seine Mitstreiter haben soeben die vierte Ausgabe ihres wunderbaren Magazins Hocus Pocus vorgelegt. Auf 28 Seiten im Comicstil geht es diesmal unterhaltsam und lehrreich um die Welt der Vorhersagen. Deutsche Leser können sich auf ein Wiedersehen mit dem “O(k)rakel” Krake Paul freuen. Die Ausgabe kann gegen einen moderaten Obolus hier heruntergeladen werden.

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Zu guter Letzt: Im stets lesenswerten Newsletter von Michael Close bin ich auf diesen wunderbaren Videoclip gestoßen: Die Magie von Streichhölzern und Stop-Motion-Technik, kreativ gestaltet und großartig inszeniert von Tomohiro Okazaki. Viel Spaß damit!

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Die Zauber-Lage am Sonntag

12.09.2021

Festwochen für Zaubersammler und -historiker

Nach einer schöpferischen (Sommer-)Pause und einem anderen, nun abgeschlossenen Zauberprojekt melde ich mich zurück. – Die kommenden Wochen und Monate stehen ganz im Zeichen der Zauberhistorie, mit spannenden Buchveröffentlichungen und Veranstaltungen!

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Ricky Jay steht posthum gleich zweimal im Mittelpunkt unseres Interesses. Da wäre zunächst einmal die gerade vom Conjuring Arts Research Center (CARC) angekündigte Herausgabe eines Prachtbandes mit dem Titel Exemplars from the Ricky Jay Collection. Auf 350 Seiten zeigen hunderte Fotos ausgewählte Stücke aus Jays Sammlung. Zudem gibt es Beiträge von David Mamet und Steve Martin. Das Werk soll ab Mitte Oktober in den Versand gehen, der Preis plus Versand beträgt 139 Dollar in den USA und 185 Dollar für den Rest der Welt.

Quelle: CARC

Außerdem kommt die geradezu legendäre Zaubersammlung von Jay am 27. und 28. Oktober 2021 bei Sotheby’s in New York unter den Hammer, darunter über 460 Drucke. Ein Online-Katalog soll demnächst zur Verfügung stehen.

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Um 28 bahnbrechende Zauberkünstler und bedeutende Artefakte aus der Sammlung von David Copperfield geht es in der ebenfalls angekündigten Buchveröffentlichung David Copperfield’s History of Magic (Mitarbeit: Richard Wiseman, David Britland, Homer Liwag). Das Werk erscheint am 26. Oktober bei Simon&Schuster und kann bereits bei Amazon und Barnes&Noble vorbestellt werden. Ärgerlich für Sammler und Interessenten außerhalb der USA: Signierte Exemplare und eine Barnes&Noble-Sonderausgabe mit einem Zusatzkapitel über Orson Welles können offenbar nur innerhalb der USA geordert werden.

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Magic Christian informiert im Namen des Magischen Klub Wien über die bevorstehende Gründung eines Europäischen Instituts für Geschichte der Zauberkunst. Die Gründungssitzung soll am 2. Oktober in Wien stattfinden. Interessenten sind herzlich dazu eingeladen. “Der Sinn des Instituts erstreckt sich in der Beschäftigung mit Sammlungen, der Erforschung der Geschichte der Zauberkunst und die Möglichkeit mit universitären Einrichtungen und Bibliotheken enger zusammenzuarbeiten”, schreibt Magic Christian. “Außerdem sollen die Bestrebungen, Zauberkunst als Kunstform wie Musik, Gesang und Schauspielerei und nicht als Gewerbe (siehe Finanz in Österreich) in der Öffentlichkeit und Politik zu etablieren, zügig vorangetrieben werden.”

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Vom 28. bis 31. Oktober soll nun das 2020 coronabedingt ausgefallene 29. Sammler- und Chronistentreffen in Frankfurt über die Bühne gehen, wie Andreas Fleckenstein im Sommer mitteilte.

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Die Stiftung Zauberkunst schließlich lädt Mitglieder und Interessenten am 20. November zu einem Arbeitstreffen über aktuelle und künftige Projekte der Stiftung ein.

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Die Zauber-Lage am Sonntag

18.07.2021

Ludwig Hanemann war unter seinem Künstlernamen Punx vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutender Zauberkünstler, der stilbildend wirkte und insbesondere in der geschichtenerzählenden Zauberkunst und der Mentalmagie sowie als Autor Großes geleistet hat. 1950 schaffte er es sogar auf die Titelseite des “Spiegel”. Er starb 1996. Nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Leben und Werk von Punx veröffentlicht dieser Tage nun Ulrich Rausch Das Punx-Projekt, Band 1. Weitere Bände sind entsprechend angekündigt.

Das Buch erscheint als Softcover im Format DIN A5 mit 160 Seiten und kostet 25 EUR. Es ist im Fachhandel oder direkt beim Autor zu beziehen.

Wie Hanemann seinen Künstlernamen Punx fand, habe ich übrigens einmal hier beschrieben.

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Wie Zaubersammler und -historiker Bill Kalush vom Conjuring Arts Research Center kürzlich auf der CARC-Webseite schrieb, gibt es einen neuen Kandidaten für das älteste bekannte Buch, das Kartentricks enthält. Es handelt sich dabei um den Titel Spechio del mercatāte al. s. el signor Zan da Marino, Giouabattista Verini Fioretino libro de abacho, & gioco di memoria aus dem Jahr 1542. Das Buch war schon länger als Referenz bekannt, aber erst kürzlich konnte ein Exemplar durch Professor Angela Nuovo von der Universität von Mailand aufgespürt werden.

Quelle: CARC

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Andreas Fleckenstein ist diese Woche auch unter die Podcaster gegangen. Gemeinsam mit Ingo Oschmann und Alexander Lehmann lädt er nun jeden Montag bei Spotify und anderswo zum „Secret Magic Talk“ über “neue und alte Tricks, Bücher, Seminare und Shows”.

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Der kürzlich hier erwähnte spannende Online-Vortrag von Richard Hatch über Günther Dammann ist nun auch auf YouTube abrufbar. Vielen Dank an Wittus Witt für den Hinweis!

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Der immer lesenswerte britische Blog “Magic at War” über die Erlebnisse und Schicksale von Zauberern im Zweiten Weltkrieg widmet sich in dieser Woche der Berlinerin Ruth Iris Wachsmann, die vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten unter dem Künstlernamen Miss Blanche eine führende Manipulatorin in Europa war. Anders als ihr Lehrmeister Larette (Cornelius Hauer) überlebte sie als Jüdin die Schreckensherrschaft knapp und emigrierte 1956 in die USA. Sie starb 1989.

Die Zauber-Lage am Sonntag

04./11.07.2021

Trotz Corona ist am letzten Wochenende in Manresa (Spanien) die FISM European Championship offenbar sicher und erfolgreich zuende gegangen. Den Grand Prix (Bühne) gewann der Belgier Laurent Piron. Ein Grand Prix in Close-Up wurde nicht vergeben. Yann Yuro siegte in der Sparte Mentalmagie, Alfonso Rituerto errang einen 2. Preis in Mikromagie.

Neuer Präsident von FISM Europe als Nachfolger von John Pye, der nicht mehr kandidierte, ist der Italiener Andrea Baioni. Ferner wurde MZvD-Präsident Eberhard Riese einstimmig ins Board gewählt. Der nächste Kongress soll 2024 in St. Petersburg über die Bühne gehen.

Herzlichen Glückwunsch allen Preis-, Titel- und Amtsträgern!

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Die Stiftung Zauberkunst hat ihre Website vollständig überarbeitet. Außerdem präsentiert sie auf ihrem Instagram-Account nun praktisch täglich ein Schätzchen oder Kurioses aus ihrer umfassenden Zaubersammlung. Besuch und Unterstützung ist allen an der Zauberhistorie Interessierten wärmstens empfohlen!

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Zur Kalanag-Biografie von Malte Herwig sind kürzlich weitere Rezensionen in großen Blättern erschienen: in der Süddeutschen Zeitung hier und in der NZZ hier.

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Michael Holderried befindet sich laut eines Presseberichtes derzeit offenbar in Gesprächen über einen neuen Standort seines Kalanag-Museums mit der Stadt Murrhardt, wo der berühmte Nachkriegszauberer im Stadtteil Fornsbach seine letzten Lebensjahre verbrachte. Bis 2013 betrieb Holderried das Museum und sein Traumzeit-Theater in städtischen Räumen in Backnang, musste diese dann aber für andere Kultureinrichtungen räumen.

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In Las Vegas starb diese Woche Pamela “Pam” Hayes Thompson, Witwe und Bühnenpartnerin des vor rund zwei Jahren verstorbenen Johnny Thompson. Als etwas ordinäre, kaugummikauende und genervte Assistentin an der Seite des pompösen Zaubermeisters schuf sie eine unvergessliche Bühnenfigur.

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Die Zauber-Lage am Sonntag

27.06.2021

Im Gropius Bau in Berlin ist noch bis zum 15. August eine große Retrospektive der bedeutenden zeitgenössischen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama zu sehen. Die Ausstellung umfasst zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren sowie einige aktuelle Arbeiten. Neben dem sinnenfrohen Spiel mit Farben und Formen dürften sich Zauberfreunde besonders für die “Infinity Mirror Rooms” begeistern – scheinbar unendliche Spiegelräume, die man entweder betreten oder durch ein kleines Fenster betrachten kann. Magisch und äußerst empfehlenswert!

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Der große 100-stündige Zauber-Livestream-Marathon der United Magicians for the World ist am Montag zu Ende gegangen und hat bis dato rund 14.000 Euro an Spendengeldern erbracht, mit denen jungen Zauberern die Teilnahme an den nächsten FISM Weltmeisterschaften ermöglicht werden sollen. Unterstützt mit Beiträgen haben das Programm u.a. Malte Herwig, Jan Logemann, Nikolai Striebel, Axel Hecklau, Alexander de Cova und Christian Schenk.

Richard Hatch hat zu seinem spannenden und detailreichen Vortrag über den jüdischen Zauberkünstler und Autor Günther Dammann, der den Nazis zum Opfer fiel, bereits weitere Anfragen erhalten – vielleicht hat ja auch einer der nächsten deutschen Kongressveranstalter daran Interesse?!

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In den vergangenen Tagen sind sukzessive die Gewinner der diesjährigen Allan Slaight Awards bekanntgegeben worden. Freuen über die Ehre und Preisgelder von 5.000 bis 15.000 Dollar dürfen sich 2021:

John Gaughan – Lifetime Achievement
Helder Guimarães – Sharing Wonder
David Sandy & Lance Rich – Sharing Secrets
Billy Kidd – International Rising Star
Jonah Babins – Canadian Rising Star

Alle bisherigen Gewinner der seit 2015 ausgelobten Preise gibt es hier zum Nachlesen.

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Im aktuellen Genii Magazine (July 2021) dreht sich die Titelgeschichte um die Frage, wie Zauberprofis einen wichtigen TV-Auftritt angehen. Zu den Befragten zählen auch The Clairvoyants, also Thommy Ten und Amélie van Tass, die in der 11. Staffel von “America’s Got Talent” den zweiten Platz belegen konnten. Ein Tipp der beiden: “We always try to really listen to our audience, judges, or the host to see what they would like the next time.”

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Die Science of Magic Association (SOMA) veranstaltet heute ein Zoom-Webinar zum Thema “Conversations on Science Magic and Society”, u.a. mit Gustav Kuhn, Roberto Giobbi und Joshua Jay. Die Teilnahme ist kostenlos, man muss sich für den Link zur Veranstaltung allerdings vorher auf der SOMA-Website registrieren. Beginn ist um 2 p.m. EST – das müsste bei uns um 21 Uhr sein, wenn ich mich nicht verrechnet habe…

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Wer noch Zauberzeitschriften liest und sammelt, kann nach meiner Beobachtung inzwischen im Wochentakt tolle Schnäppchen bei eBay und Co. machen. Umgekehrt schauen jene in die Röhre, die aus Nachlässen, aus Altersgründen oder anderen Motiven ihre Bestände verkaufen wollen. Ob “Magie”, “magische welt” oder gar die “Intermagic” – zahlreiche alte Jahrgänge werden heute ab 1 Euro angeboten – und bisweilen nicht mal dafür verkauft. Übersättigung eines kleinen Marktes oder doch eher allgemeine Lesemüdigkeit? Was habe ich vor Jahren noch investiert, um mir gerade die “Intermagic” mühsam Jahrgang für Jahrgang zusammenzukaufen! Bob Dylan, der im letzten Monat 80 Jahre alt wurde, hat’s früh gewusst: “The Times They Are A-Changin'”…

Ganz anders sieht es nach wie vor bei den Tenyo-Klassikern aus: Trotz eines Überangebotes werden für viele Schätzchen Mondpreise im dreistelligen Bereich aufgerufen – für das “Ninja Experiment” etwa derzeit bis zu 700 Euro! Aber zum Glück ist angeboten noch nicht gleich bezahlt…

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Die Zauber-Lage am Sonntag

20.06.2021

“Geht ins Theater und Konzert – kauft Karten!” Dieser wichtige Appell für die Kulturbranche – den wohl ausgetrocknetsten Zweig am eigentlich stark bewässerten Corona-Überlebensbaum – ist nun in einem sehr gelungenen Musikvideo auf den Punkt gebracht worden. Produziert hat es Helge Thun, neben Dutzenden Sängern, Entertainern und Kabarettisten wirken u.a. auch Topas, Martin Sierp und Desimo darin mit (siehe Screenshots). Unbedingt ansehen, auf den cleveren Text hören, mitwippen – und dann Karten kaufen!

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Endspurt ist heute beim 100-stündigen Zauber-Livestream-Marathon der United Magicians for the World. Auf dem Programm stehen u.a. Seminare von Christian Schenk, Andy Nyman, Michael Vincent und Christopher Barnes sowie ein Vortrag von Richard Hatch über den jüdischen Zauberkünstler, Autor und Nazi-Opfer Günther Dammann. Am Montag laufen noch 15 Stunden Wiederholungen (“Replay”). Die Teilnahme ist kostenlos, aber eine angemessene Spende darf es schon sein, denn damit soll jungen Zauberern die Teilnahme an den nächsten FISM Weltmeisterschaften ermöglicht werden.

In einem Talk über seine grandiose ACAAN-Variante, die er erfolgreich bei “Penn & Teller: Fool Us” brachte, hat Boris Wild angekündigt, diese über ein Jahr lang entwickelte Routine weder zu verraten noch zu vermarkten. Sie solle vielmehr als einmaliges Event für sich stehen. Auch die spezielle Software, mit der Penns Stimme naturgetreu imitiert wurde, sei bereits wieder vernichtet worden, um etwaigen Missbrauch zu verhindern. Bewundernswert!

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Bei eBay wird dieser Tage ein wunderschönes Zauberplakat von Ruchay Bellachini angeboten – ein Bellachini, von dem ich bisher noch nie gehört hatte und zu dem ich auf die Schnelle außer seinem Tod 1907/08 praktisch nichts Biografisches im Netz gefunden habe. Spannend! Die Preisvorstellung für diese sicherlich seltene Lithographie klingt allerdings recht phantastisch.

eBay Screenshot

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Präzisierung: Hanno Rhomberg hat mich darauf hingewiesen, dass zwar der Fachkongress des Fröhlich Zauberfestivals in Bad Aussee (A) auf September 2022 verschoben werden musste, das Zauberfestival vor Ort für die Bevökerung soll aber wie geplant am 11. und 12 September 2021 stattfinden.

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Ich bin weder ein Freund noch gar ein Sammler von im Wochentakt auf den Markt geworfenen “Designer”-Kartenspielen, aber hier musste ich einfach zugreifen: Kreativ-Genie Blake Vogt hat sein wunderbares “Abracadabra”-Design, das es schon als Poster gibt, jetzt auch auf Spielkarten gebannt. Hinzu kommt, dass die Karten ein haptischer Hochgenuss sind – viel Papier, wenig Beschichtung, dennoch lassen sie sich aus der Box heraus geradezu butterweich handhaben. Als Bonus ist eine Karte mit (Faksimile-)Unterschrift von Blake dabei. Sollte ich ihn jemals treffen, kann ich ihm also sein eigenes Autogramm forcieren oder dieses scheinbar von einer signierten Karte verschwinden und anderswo erscheinen lassen…

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Die Zauber-Lage am Sonntag

13.06.2021

Ganz unvermittelt begegnet mir eben auf der Startseite von Wikipedia der Name von Jean Eugène Robert-Houdin, der heute genau vor 150 Jahren verstarb.

Wikipedia Screenshot

Sein Wikipedia-Eintrag lässt jedoch leider noch einiges zu wünschen übrig. So wird der vermeintlich zauberhaft von Robert-Houdin niedergeschlagene Aufstand in Algerien nicht eingeordnet, außerdem ist als Literatur ausgerechnet nur Harry Houdinis Pamphlet The Unmasking of Robert-Houdin angegeben.

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Basierend auf Malte Herwigs großer Biografie widmet sich aktuell nun auch der “Spiegel” Leben, Karriere und Nazi-Verstrickungen von Helmut Schreiber-Kalanag. Zum Artikel mit vielen Fotos geht es hier.

Ergänzend gibt es im Genii Forum eine intensive Debatte – mit teilweise skurrilen Abschweifungen – um Kalanag und Malte Herwigs Titelgeschichte über ihn in der Juni-Ausgabe des Magazins.

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Kalanag ist übrigens auch der Hauptgrund, warum ich derzeit etwas weniger Posts verfasse. Ich stecke gerade mitten in spannenden Recherchen mit einem Zauberkollegen. (Nein, nein, es geht nicht um das verschwundene Nazi-Gold…)

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Thomas Fraps und Pit Hartling haben gestern erfolgreich die Premiere ihrer Online-Show “Metamagicum” via Zoom gefeiert. Weitere Termine stehen derzeit noch nicht fest, werden aber sicher beizeiten auf Ticketino bekanntgegeben.

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Während der Fröhlich Zauberkongress des MRA in Bad Aussee nun leider doch noch für dieses Jahr abgesagt werden musste und auf September 2022 verschoben ist, hat Wittus Witt in der “mw” gerade eine Neuauflage der Hamburger Zaubernächte angekündigt. Vom 16. bis 18. September spielen bzw. referieren Marcel Kösling, Harry Keaton, Wittus Witt und Michael Scheid im Theater Sprechwerk.

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Ermittlungen gegen Hocus Pocus Junior eingeleitet

Der britische Magic Shircle macht weiter Ernst in seinem rastlosen Kampf gegen Geheimnisverrat, den ja einst auch schon David Devant hart zu spüren bekam. Posthum wurde nun ein Disziplinarverfahren gegen Hocus Pocus Junior eingeleitet, Autor des frühen Zauberbuches The Anatomie of Legerdemain or, the Art of Jugling von 1634.

„Es führt ein direkter Weg von diesem beklagenswerten Pamphlet zu den neuzeitlichen Trickenthüllungen von Penn & Teller, dem Maskierten Magier und anderen perfiden Trittbrettfahrern in den sogenannten sozialen Medien“, erläutert der Generalsekretär des Zirkels, Pomfrey Lettuce-Judge, in einer Pressemitteilung. „Als besonders verwerflich bewerten wir, dass bereits auf dem Frontispiz des Buches ein wichtiges Trickprinzip des Becherspiels offengelegt wird – der vermutlich älteste gedruckte Trickverrat der Geschichte, und das an überaus prominenter Stelle!“ (siehe Abbildung).

Lettuce-Judge räumt jedoch ein, dass der Zirkel den derzeitigen Aufenthaltsort des längst verstorbenen Beschuldigten nicht kenne, weshalb sich eine Zustellung der Verfahrensunterlagen bislang eher schwierig gestalte. „Aber einige unsere besten Mentalisten arbeiten bereits daran“, verspricht der Sekretär.


Neues A-B-C der Taschenspieler-Kunst

Wittus Witt hat soeben den fünften Band seiner wunderschönen Buchreihe vorgelegt. Die aktuelle Ausgabe ist eher dokumentarisch als erforschend-inspirierend ausgefallen und enthält auf 156 Seiten die folgenden Beiträge:

  • eine Würdigung von Dieter Michel-Argola (1936-2018) mit Beiträgen von Marc Michel, Oguz Engin und Frank Musilinski sowie zahlreichen Memorabilien, u.a. Briefen von Alois Kassner (Diesen Beiträgen hätte allerdings ein Korrekturleser gut getan.)
  • eine Fortsetzung der akribischen bibliografischen Erfassung alter Zauberkataloge durch Dr. Steffen Taut, diesmal mit den Horster-Katalogen von 1920 bis 1959
  • die Buchstaben D bis F aus dem Künstlerarchiv von Jochen Zmeck.

Ergänzt wird der Band wieder durch eine Reihe schöner Dreingaben, darunter eine nachgedruckte Autogrammkarte von Argola sowie eine Horster-Preisliste von 1925 als Faksimile.

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Zeitgleich kündigt Wittus Witt sein neuestes Werk an, eine umfassende und reich bebilderte Chronik der Zauberstadt Hamburg. Beigelegt sind eine DVD mit Mitschnitten Hamburger Zauberer, ein Kalanag-Programmheft im Faksimile sowie ein Nachdruck der ersten Zauberzeitschrift von 1897. Das Buch erscheint im Juni 2021 zum Preis von 47,50 Euro.

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Zwei magische Aufmerksamkeitstests / Two Magic Tests of Attention

Bist du aufmerksamer als ein Hund? Schau genau hin, wie der junge Mentalist Timon Krause versucht, seinen Hund mit Fingerfertigkeit zu täuschen und zähle mit, wie oft du richtig liegst! Du wirst sicher staunen…

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Young mentalist Timon Krause will try to fool his dog with sleight of hand with dog biscuits. Are you smarter than the dog? Then watch closely and count your hits and misses! You may be in for a surprise… (You don’t have to understand German to enjoy this test. Just keep watching, it’s short and it’s sweet!)

And here is an older experiment by Radalou. Try to remember the cards as quickly as you can and see some change! (Again, you don’t have to understand German to enjoy this test. Just keep watching.)

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Und hier ein älteres Experiment von Radalou. Versuche dir die Karten möglichst schnell zu merken und staune über die Veränderungen!