Ehrlich Brothers suchen Nachwuchszauberer

Im Auftrag von SUPER RTL und TVNow geht demnächst die “Ehrlich Brothers Magic School” auf Nachwuchs-Suche. Wie das Medienmagazin DWDL.de berichtet, sollen in der Sendung jeweils zwei Zauberer unter 15 Jahren gegeneinander antreten. Insgesamt acht Folgen werden in diesen Tagen aufgezeichnet. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.


Neues A-B-C der Taschenspieler-Kunst

ABC_Band 4

Wittus Witt hat soeben die vierte Ausgabe seines A-B-C der Taschenspieler-Kunst veröffentlicht. Das Buch enthält auf 156 Seiten die folgenden Beiträge:

Olaf Güthling über die jährlichen “Tenyo plus Eins”-Tricks für Sammler

Jan Isenbart mit einer Detailanalyse des ikonischen Gemäldes “Der Gaukler” von (?) Hieronymus Bosch

Peter Mika über Leben und Karriere des Semiprofis Hans-Georg Boginski alias Mister Bogo

Dr. Steffen Taut über die frühen Zauberkataloge und Listen von Willmann und Horster und ihre historische Einordnung (Teil 1)

Einträge unter dem Buchstaben “C” aus Jochen Zmecks Zauberarchiv

Besonders üppig fallen diesmal die Beilagen zum Buch aus: Neben einem Poster mit einer Übersicht der genannten Zauberkataloge und einer Autogrammkarte von Mister Bogo liegen sowohl eine Postkarte als auch ein auf Holz aufgezogener (!) Druck des Gemäldes “Der Gaukler” bei – eine tolle Idee!

Hier gibt es einen kurzen Video-Einblick in das neue Werk:


 

Zaubern, bis der Moderator kommt

PUR+, das beliebte TV-Wissensmagazin für Kinder von ca. 8 bis 12 Jahren, das beim KIKA und im ZDF läuft, hat sich in den letzten Jahren auch in der Zauberszene einen guten Ruf erarbeitet, dank flotter, respektvoller und kindgerechter Sendungen, etwa mit den Ehrlich Brothers, Topas und Thomas Fraps oder zum Thema Optische Täuschungen. Moderator Eric Mayer hat dabei stets die Aufgabe, als “Stuntman des Wissens” selbst etwas zu erlernen, und er stellt auch Nachwuchszauberer vor.

Von PUR+, das gerade seinen 20. Geburtstag feiert, sind derzeit einige der letzten Sendungen und Beiträge rund um Zaubern und Täuschung in der ZDFtivi Mediathek abrufbar.

Screenshot ZDFtivi/PUR+

Neustart für TV-Zauber mit Pan Tau

Pan Tau
Bild: ARD/Caligari/Film2020; Quelle: obs/ARD Das Erste

Er ist wieder da, wenn auch ganz anders: Pan Tau. In 14 Serienfolgen verzaubert er ab 27. September in der ARD Mediathek und ab 4. Oktober in Doppelfolgen im Ersten als Maskottchen die Schüler der Westpark Schule, wann immer diese Hilfe brauchen. Aber damit nicht genug: “Dank ihm entdecken sie ihre eigenen Superkräfte: Mit Mut, Cleverness, Selbstbewusstsein und Freundschaft meistern sie am Ende jede Herausforderung und wachsen so über sich selbst hinaus”, verspricht der Pressetext.

Die Hauptrolle in der deutsch-englischen Koproduktion, die in Bayern gedreht wurde, spielt der britische Comedy-Zauberer Matt Edwards. Mit Armin Rohde, Bettina Lamprecht, Sophie von Kessel, Helmfried von Lüttichau und Tom Gerhardt sind zahlreiche bekannte TV-Schauspieler in den Episoden zu sehen.

Ob mit der neuen Inszenierung an den schlichten Charme des schwarz-weißen Originals der 70er Jahre mit Otto Simanek in der Titelrolle angeknüpft werden kann? Wir sind gespannt!


 

Aus meiner Sammlung: Kontaktabzüge von Marvelli

Marvelli_sw_Kontaktabzug_2

Aus der Auflösung eines internationalen Fotoarchivs konnte ich kürzlich einen Bogen Kontaktabzüge ersteigern, von dem jedoch ein Bild schon ausgeschnitten war. Ich bin mir relativ sicher, dass es sich bei diesen Studioaufnahmen um Fredo Marvelli (Friedrich Jäckel, 1903-1968) bei der Vorführung seines “schwebenden Stabes” handelt.

Auf der Rückseite trägt der Abzug einen Stempel des Fotografen Konrad Weidenbaum, “Schriftleiter im R.D.P.”, was wohl für den Reichsverband der Deutschen Presse, der im Deutschen Reich bis 1945 bestand, steht. Vermutlich stammen die Aufnahmen aus den 1930er-Jahren.

Kennt vielleicht jemand ähnliche Bilder von Weidenbaum, ob von Marvelli oder anderen Zauberkünstlern seiner Zeit?


 

Wie umgehen mit Trickverrat???

Trickverrat

Liegt der Zauber der Zauberei im Geheimnis, in der Präsentation oder doch nur in der guten Laune? Eine ebenso alte wie ungelöste, weil kontroverse Kernfrage unseres Metiers. Fakt ist, dass es nach wie vor zum von Zaubervereinen gepflegten Initiationsritus junger Adepten gehört, sich Geheimnisse zu erarbeiten und zu verdienen, sie zu schätzen und zu hüten – und bei deren Verrat an Nichtzauberer den Zorn der Bruderschaft und mögliche Sanktionen bis zum Vereinsausschluss und der sozialen Ächtung auf sich zu ziehen.

Aber ist das noch zeitgemäß in Zeiten von Google, YouTube & Co.? Nimmt die Zauberkunst durch allgegenwärtigen Trickverrat wirklich Schaden? Werden prominente Trickerklärer besser oder schlechter behandelt als der Auchzauberer? Und wo verläuft die Grenze zwischen Trickverrat und Nachwuchsgewinnung?

Hanno Rhomberg, der ebenso rastlose wie ideenreiche Macher des Aladin, hat sich aus aktuellem Anlass dieser vielschichtigen und brisanten Fragestellung angenommen und dazu soeben ein kleines, lesenswertes Sonderheft produziert, das hier kostenlos heruntergeladen werden kann. Daneben hat er eine Umfrage initiiert, um ein möglichst breites Meinungsbild aus Zaubererkreisen einzuholen. Macht also gerne auch mit und verratet eure Einstellung zu Geheimniskrämerei und Trickverrat!

HIER GEHT’S ZUR UMFRAGE

TopSecret
Quelle: Screenshot Aladin Blog

 

A Farewell Message from Roy / Eine Abschiedsnachricht von Roy

Roy Horn

Wow! As Siegfried wrote on their Facebook account, Roy has left a touching career video and a farewell message in English and German to Siegfried and all magic friends at his funeral:

Roy_Farewell_Facebook_engl

Roy_Farewell_Facebook

Source/Quelle: Siegfried & Roy Facebook account

Roy passed away in May at age 75, a victim of COVID-19. You can find my short tribute to him here.


 

 

Fröhliche Becher-Tage?!

Der Corona-Virus gibt uns immerhin gerade reichlich Gelegenheit, viele unserer alltäglichen Routinen zu hinterfragen und alternative Wege auszuprobieren. Warum zukünftig nicht auch mal beim Thema Zauberkongresse und -seminare?

Ich habe mich gefragt, ob zwischen diesen etablierten Formaten mit all ihren Vor- und Nachteilen noch Luft ist für ein “Zwischending”. Meine Idee: Statt bunt-beliebigen Verkaufskongressen – oder ergänzend dazu – monothematische Ein-Tages-Workshops mit begrenztem Teilnehmerkreis.

Am Beispiel “Becherspiel” könnte ein solcher Workshop etwa so ablaufen:

1. Video-Einstieg (und/oder Videos oder Live-Demonstrationen nach jedem Programmpunkt)

2. Historie und Bedeutung des Becherspiels in der Zauberkunst

3. Klassische Routinen und ihre Schöpfer (inkl. Detailanalysen)

4. Etwas Kultur: Das Becherspiel in der bildenden Kunst

5. Besonderheiten von Chop-Cup- und Zwei-Becher-Routinen

6. Praktische Tipps für das Becherspiel am Tisch / im “Salon” / auf der Bühne / auf der Straße

7. Schlussladung: Eine Parade neuer Griffe, Variationen und Präsentationsideen (unter Beteiligung des Fachpublikums)

Ich für meinen Teil hätte reges Interesse und große Lust, daran oder an ähnlich gestalteten monothematischen Veranstaltungen teilzunehmen!

Dies als kleine Anregung, die jemand hoffentlich in der Zukunft einmal aufgreifen und weiterdenken mag. Vielleicht ja die Stiftung Zauberkunst?

Andererseits gilt es zu bedenken: Vielleicht sind für so eine tiefe Auseinandersetzung nicht sehr viele Tricks und Themen geeignet? Wenig ist so vielseitig wie das Becherspiel. Insofern könnte ein ganzer Workshop-Tag über Theorie und Praxis des Ladens und Stehlens der DS vielleicht schnell ermüden? (Aber als Ermutigung könnte man ja vielleicht den “Goldenen Daumen” für eine echte Spitzen-Darbietung ausloben!)

Kurzfassungen dieses Konzeptes sind sicher auch für Zirkelabende denkbar und machbar. Es muss ja nicht immer gleich enzyklopäisch sein! Sonst gipfelt das Ganze am Ende noch in den Tollen Tübinger Thumbtip Tagen, dem Wuppertaler Wasserzeitungs-Wochenende oder gar im fünftägigen Remscheider Ringe-Piez…


 

ZDF und ORF mit neuer Show “1000 Tricks”

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Die ZDF-Pressestelle vermeldete jüngst dieses:

Zaubern wie die Großen: In Wien entsteht derzeit in einer ZDF/ORF-Koproduktion die Zaubershow “1000 Tricks”. Vier Nachwuchsmagierinnen und -magier entführen junge Zuschauerinnen und Zuschauer in 13 Folgen in die spektakuläre Welt der Zaubertricks. Die Ausstrahlung ist für 2020 im ORF und bei KiKA geplant.

Wie lässt man eine Cola-Dose fliegen, liest die Gedanken seiner Freunde oder drückt eine Münze mühelos durch einen massiven Holztisch? Die jungen Zauberer Melli und Christoph verblüffen die Zuschauer zu Beginn jeder Sendung mit perfekt vorgetragenen Illusionen. Doch bevor sie ihre Geheimnisse lüften, zeigt Magier Tristan unter dem kritischen Blick seinen Zauberschüler, wie man Menschen ganz einfach verschwinden lassen oder zum Schweben bringen kann. Doch dass beim Zaubern nicht immer alles glatt geht, zeigt “Magic Max”: Seine Kunststücke bewegen sich immer am Rand einer kleinen Katastrophe. Alle vier Protagonisten teilen ihr geheimes Wissen mit den Zuschauerinnen und Zuschauern – mit etwas Übung zu Hause kann so jeder zum umjubelten Magier werden. Doch nicht alle Tricks werden auch aufgelöst. Begleitend erklären Bilder und Grafiken, wie weit Wahrnehmung und Realität bei optischen Täuschungen auseinanderliegen können.

“1000 Tricks” ist eine Produktion der Tower 10 Kids TV im Auftrag des ORF und des ZDF. Die verantwortliche ZDF-Redaktion hat Jochen Steuernagel. Gedreht wird bis 10. Juli 2020.

Ob Magic Max wohl “unser” Magic Maxl ist?! Wir werden sehen!


 

Zauberhafte Verkehrserziehung

Autobahn
Wer in diesem Symbol einen Hasen im Zylinderhut erkennt, ist hier richtig!

“Der Zauberzwerg”-Macher Volkmar Karsten lässt uns in seinem wunderbaren Blog zur Kinderzauberei gerade quasi live an der Entstehung seines neuen Programms zum Thema Straßenverkehr und Verkehrssicherheit teilhaben – ein spannendes Experiment.

Hier sind ein paar lose Trick- und Gag-Ideen von mir zum Thema, teilweise aus alten Notizbüchern zusammengetragen:

  1. Am Zauberstab ist eine Fahrradklingel befestigt, die vor jedem Zauberspruch betätigt wird.
  2. Der Zauberer kommt mit einem halben Fahrrad auf die Bühne, bestehend nur aus Vorderrad, Gabel, Lenkstange und Lenker, außerdem einem Ständer zum Abstellen. An der Lenkstange ist ein Korb für Requisiten angebracht.
  3. Die “Economy-Variante” besteht nur aus Lenkstange und Lenker mit Hupe oder Klingel, womit der Künstler unüberhörbar in den Saal “einfährt”.
  4. Eine “magische Fahrradlampe” entwickelt ein Eigenleben und geht scheinbar immer wieder von selbst an oder aus.
  5. Ein Riesenzauberstab entpuppt sich beim Entrollen als tragbarer Zebrastreifen.
  6. Zur „Entstehungsgeschichte“ des Zebrastreifens kann man natürlich auf den Trick “Zebra Silk” zurückgreifen.
  7. Aus einer als Ampelkasten dekorierte Fantasta erscheint Stück für Stück das kompliziert-skurrile Innenleben einer “modernen” Ampel, oder sie dient fortlaufend der Produktion benötigter Requisiten.
  8. Mit Goldins “Double Color Changing Silks” oder auch den Chinesischen Schnurstäben kann der kreative Zauberer “magische Vorläufer” der heutigen Ampel präsentieren.
  9. Mit ein paar kleinen Verkehrshütchen (auch “Leitkegel” oder “Pylone” genannt; gibt’s im Spielwarenhandel) lässt sich nicht nur die Spielfläche themengerecht abgrenzen; auch ein spezielles Becherspiel kann damit vorgeführt werden.
  10. Mittels einer Schülerlotsen-Kelle kann man selbstverständlich prima einen Kellentrick vorführen – mit maximaler Sichtbarkeit!
  11. Auch eine grell leuchtende Warnweste bietet sich als thematisch passendes Requisit an – vielleicht für eine kleine Quick-Change-Einlage oder eine (wie auch immer begründete) Befreiung oder Entfesselung?
  12. Von Thomas Vités bekanntem “Exit”-Trick besitze ich die Variante, bei der das Schild am Ende aufgeklappt wird und dort die Abbildung eines Polizisten zu sehen ist – und der Künstler steckt seinen eigenen Kopf  durch ein Loch im ausgeklappten Kartonbogen und wird dadurch zum Polizisten!
  13. Der großartige britische Kinderzauberer John Kimmons (“Kimmo”) bietet einen wunderbaren Vorhersagetrick namens “The Big Race” mit Kinderbeteiligung an, und eine der Varianten stellt ein Autorennen dar. Nicht ganz verkehrsregelkonform mit Kindern am Steuer, aber ein großes interaktives Spektakel, das z.B. immer das Geburtstagskind gewinnt!
  14. Aus den (dank lateralem Denken, s.o.) teilweise zweideutigen Verkehrszeichen lässt sich ja die eine oder andere pikante Geschichte für Erwachsene erzählen (erhältlich unter dem Titel “Die Sache mit dem Verkehr”, glaube ich); mit etwas Fantasie lässt sich auch etwas Lustiges und Kindgerechtes entwickeln, wobei gleichzeitig wichtige Informationen zu einzelnen Verkehrsschildern vermittelt werden.
  15. Alternativ ist es möglich, nach dem Prinzip des “McCombical Decks” eine wunderbare Schilder-Übereinstimmung (mit Aufsitzer) zu inszenieren.
  16. Ebenso könnte auch der bekannte Kartensteiger auf dem Zeichenblock („Cardiographic“ von Martin Lewis) mit Verkehrszeichen vorgeführt werden.
  17. Das Thema „Feuerwehr“ fasziniert viele Kinder. Warum nicht mal die eigene Seilroutine als „Der widerspenstige Feuerwehrschlauch“ vorführen? Ein auf dem Kopf festgeschnalltes Blaulicht sorgt dabei für große Heiterkeit!
  18. Ein abschließender Gedanke: Ein reines “Erziehungsprogramm” zum Thema Straßenverkehr ermüdet nach einer halben Stunde vielleicht sogar die größten Streber unter den Kleinen… Warum daher nicht auch einen Trick einstreuen, der noch morgens zuhause spielt, also vor dem Schulweg, oder dann später in der Schule? (Mein “Pausensnack Mental” bietet sich da beispielsweise an, mehr dazu an anderer Stelle). Außerdem lassen sich so auch noch problemlos weitere Requisiten wie z.B. ein Schulranzen, eine Brotbox oder ein Tafeltrick ins Programm integrieren.