Alles was man sammeln kann: Zauberbriefmarken

Houdini USA 2002

“Sammler sind glückliche Menschen”, soll Johann Wolfgang von Goethe einmal gesagt haben. Aber so richtig gilt das ja erst, wenn eine Sammlung komplettiert ist oder wenn man einen besonderen Fang gemacht hat, womöglich noch ganz unverhofft und zum Schnäppchenpreis!

Mein “glücklichstes” Sammelgebiet sind seit einigen Jahren Briefmarken mit magischen Motiven, und das aus mindestens drei Gründen:

  1. Die absolute Anzahl der Sammelobjekte ist überschaubar.
  2. Die Sammlung passt platzsparend in wenige Alben und Mappen.
  3. Die allermeisten Marken, Blöcke oder Ersttagsbriefe lassen sich mit etwas Geduld und Kreativität in den Weiten des Internet aufspüren und für Preise zwischen 1 und 20 Euro erwerben.

So sind bei mir bislang bereits über 300 Marken (inklusive doppelten und ungestempelten/gestempelten Varianten sowie Blöcken und Ersttagsbriefen) zusammengekommen.

Einige Beispiele und weitere Informationen habe ich hier zusammengestellt.


 

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Alles was man sammeln kann

“Sammler sind glückliche Menschen”, steht als Goethe-Zitat auf einer Mappe, in der ich – ähem – Sammelnswertes sammle. Über diese Aussage kann man streiten; mir scheint, als seien die meisten Sammler hochgradig unzufrieden, weil frustrierter über die Stücke, die sie (noch) nicht besitzen denn erfreut über die Schätze in ihren Kisten, Kästchen und Regalen. Unstrittig ist jedoch, dass unkontrollierte Sammelwut kaum Grenzen kennt. Wohl dem, der sich in seinen Interessen einschränken bzw. fokussieren kann!

Hier sind über 120 Dinge von A bis Z, die man rund um die Zauberei sammeln kann. O.K., bei einigen musste ich tricksen, ein paar Begriffe sind auch auf Englisch aufgeführt (kursiv gesetzt) oder doppelt dabei. Wobei die Liste so oder so nicht vollständig ist, aber sie ist mal ein Anfang:

  • A wie Abzeichen, Anleitungen, Anstecker, Anstecknadeln, Aufkleber, Aufsteller,   Autogramme/Autogrammkarten und Auszeichnungen
  • B wie Bälle, Becherspiele, Bilder, Booklets, Book Plates, Briefmarken, Broschüren, Briefe und Bücher
  • C wie Chips, Close-up Unterlagen/Pads/Tricks oder Cuts
  • D wie Daumenschreiber, Daumenspitzen, Devotionalien, Dias oder DVDs
  • E wie Erdnasiana
  • F wie Fekes, Figuren, Filme oder Fotografien
  • G wie Gemälde, Geschäftsausstattung, Gimmicks oder Griffe
  • H wie Händler-Kataloge und -Rundschreiben, Himber Wallets und Houdiniana
  • I wie Illusionen, Impossible Objects und Interviews
  • J wie Joker
  • K wie Kartenspiele, Kindertricks, Kinder-…, Kongressunterlagen (Programme, Taschen, Giveaways…), Kostüme, Krawatten und Kunstwerke von/über Zauberer
  • L wie Lebensläufe oder Lecture Notes
  • M wie Manuskripte, mechanische Wunder, Medaillen oder Münzen
  • N wie Nagelschreiber
  • O wie Optische Täuschungen oder Original- …
  • P wie Päckchentricks, Pokale/Preise, Poster/Plakate, Postkarten, Produktionsgeräte, Programmhefte, Prospekte, Prototypen von Tricks, Pulls und Puzzle
  • Q wie…äh…Q-Tips berühmter Zauberer
  • R wie Rasierklingen oder Requisiten
  • S wie Selfies, Seile und Schnüre, Seminarhefte, Servanten, Schilder, Spiegelgläser, Spielkarten (einzelne), Spielkartenschachteln und Spielzeuge
  • T wie Tenyo, Topits, Tricks/Trickanleitungen, Trickkarten und -spiele, Trickschachteln, Tische und Tücher
  • U wie Unmögliche Objekte, Urkunden oder Utensilien aller Art
  • V wie Videos, Visitenkarten, VHS-Kassetten oder Volten
  • W wie Werbefiguren, Werbegeschenke oder Werbung allgemein
  • X wie XCM Moves
  • Y wie YPS-Hefte mit Zaubertricks
  • Z wie Zauberkästen und -sets, Zauberstäbe, Zeitschriften, Ziergriffe, Zirkelabzeichen oder -unterlagen, Zitate, Zeitungsartikel und Zauberer-Figuren.

Und nein: Horten ist nicht dasselbe wie Sammeln!


Magic’s Plastic Religion: Tenyoism

In general, the suffix “-ism” tends to indicate the ending of a rather unpleasant word, think fascism, communism, racism, or FISM (disclaimer: no relations between these). Beyond that, many -isms seem to have in common that they describe a hierarchial belief system which is based on a strict yet simple manifesto with (pseudo) religious undertones; their proponents feel chosen and superior and, therefore, air dedication and determination; they share strong convictions, a simplistic “we vs. them” view of the world and, sadly, a tendency to sentence, banish or even harm dissenters.

The same applies, along less violent terms, to Tenyoism, which roughly translates as the plastic ersatz religion of arousing childlike pleasure by immersing yourself into buying, hoarding, displaying or playing with Tenyo miniature magic props, which are cheap and colorful, sometimes ingenious, and often a bit shabby and embarrassing. (In other words, a bit like sex toys, only for older boys.)

Collectors drip and drivel when you casually mention strange lingo like “Parabox” or “Magic Coin Case”. They are also willing to pay serious money for rare pieces in perfect condition, which often means “unopened”, which in itself signifies the eternal conflict of burning desire vs. cool self-restraint: by buying the desired item but refraining from opening it, you transcend the cheap urge to play or to perform. Instead, you purify yourself by worshipping The Prop for its sheer presence and beauty in and out of itself.

Despite their cheap appeal you cannot help but admire many of these Tenyo creations. They foreshadow redemption from us majishuns’ eternal search for the next “real” big thing that we can actually perform, as they promise the perfect miracle in your hands: easy to do, instant reset, usually very visible magic, and sometimes even examinable props. In a few cases, Tenyo tricks are just that: Some of the best close-up miracles you will ever find and ever do.

Besides, magic masters like Tom Stone and many others ably demonstrate what’s in a toy and how to develop great routines that go well beyond Tenyo’s brief instruction sheets.

Take a look, for example, at this clever, organic performance of Tenyo’s Zig Zag Cig (T-110) here:

Like every religion, this one has their bible, too. It’s a two-volume hardbound book teaching and preaching the gospel, published by Richard Kaufman only recently, and it’s aptly called, well, Tenyo-ism. Buy it!


Some links on Tenyo to further whet your appetite:


Addendum: In a Genii Forum thread on this subject, Richard Kaufman commented:

Rather than any of the negative “isms” you mention, I think Buddhism would be more apt.

Point taken!

Des Zaubersammlers Freud’ und Leid

Beobachtet und abgereimt von Jan Isenbart

Ob Flohmarkt, Börse, Zaubermesse –

Der Sammler liest es mit Interesse

Und alles zieht ihn magisch an.

Er prüft im Portemonnaie die Lage

Und zählt voll Ungeduld die Tage.

Dann ist er auf der Autobahn.

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Ob München, Hamburg, Frankfurt, Kiel –

Kein Weg zu weit, kein Treff zu viel

Um neue Schätze fortzutragen.

Weil bunte Zauberrequisiten

Sich stets in großer Vielfalt bieten

Fährt er gleich vor im Lieferwagen.

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Er sieht nie viel von dem Kongresse

Doch alles von der Händlermesse.

Kaum öffnen sich um neun die Pforten

Dann muss er kaufen, haben, horten.

Betritt er früh das Kampfgelände,

Klatscht mancher Händler in die Hände

Weil nun in ihm die Hoffnung glimmt,

Dass abends auch der Umsatz stimmt.

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Er kennt die Zaubertrends der Zeit

Und auch die der Vergangenheit.

Sein Schnäppchen-Riecher ist famos:

Er atmet durch und stürmt dann los.

Er sichtet, wühlt, er prüft, probiert

Er blättert, liest und kommentiert.

Wenn Leute doch nur besser wüssten

Was alles ruht in ihren Kisten!

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Hier kauft er flugs ein Dutzend Tücher,

Dazu die neuesten Zauberbücher

Und Hefte von den Seminaren,

Von denen kürzlich viele waren.

Als Spieler kann er schwerlich lassen

Von Tricks mit Pokerchips und Assen

Und manchen 08/15-Tricks

Wie Multi-Pip und Pom-Pom-Sticks.

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Schon muss er weiter schauen, hasten

Hier lockt ein alter Zauberkasten.

Und dort fixiert er fasziniert

Ein Märchenbuch von Punx (signiert).

Ach ja, es soll sich heute lohnen:

Vier neue Tenyo-Kreationen!

Schon aus Prinzip nimmt er stets mit

Den Mega-Knaller-Kongress-Hit.

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Stolina, Bartl, Kellerhof –

Er kauft minütlich neuen Stoff.

Bei Harri, ZZM, Boretti,

Ersteht er Krempel, Kunst, Konfetti

Für einen Flitterzauberstab.

Ein Pop-Away bringt ihn auf Trab,

Dann sucht er weiter unverdrossen

Den Stab, der schießt (mit Leuchtgeschossen).

So macht geschäftig er Geschäfte,

Kauft noch vergilbte Zauberhefte

Sowie – in einem Pappkarton –

’Ne alte Asrah-Illusion.

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Fast nimmt er noch die Zig-Zag-Kiste,

Obwohl er es doch besser wüsste,

Denn seine Frau ist schlicht zu dick –

Er zieht das Angebot zurück.

Hier drüben noch vier Daumenspitzen,

Weil die perfekt am Daumen sitzen.

Zu guter Letzt – sonst wär’s ja nix –

Ein Päckchen schönster Päckchentricks.

Moment, hier vorne holt er noch

Die Euro-Münze mit dem Loch.

Dann sind die Euro-Scheine alle.

Beladen stapft er aus der Halle.

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Im Wagen, zwischen Stullenbissen,

Meldet sich plötzlich sein Gewissen.

Ein Monatslohn ging beinah’ flöten;

War soviel Tand denn wohl vonnöten?

Im Spiegel sieht er sein Gesicht

Und schwört sich feierlich Verzicht:

Beim Treff im März in Oberstauffen

Will er am eigenen Stand verkaufen,

Sein Warenlager reduzieren,

Die Bücherstapel minimieren,

Von der Manie sich sanft entwöhnen

Und dann mit seiner Bank versöhnen!

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Doch heimwärts, zwischen Köln und Essen,

Ist dieser Vorsatz längst vergessen.

Für Bücher, Tücher, Zauberkasten

Muss er zwar eine Woche fasten

Und eine weitere für’s Benzin,

Doch dann trifft man sich in Berlin…

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Tipp: Sollte Ihnen diese Art von Gedichten gefallen, empfehle ich die Werke von Joachim Ringelnatz sowie Das erstaunliche Leben des Großen Pomponi von Dieter Ebel.