Im Interview: Axel Hecklau

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„Es war ein tolles Erlebnis und eine große Ehre“

 

Lieber Axel Hecklau, Respekt für Ihren starken Auftritt bei Penn & Teller! Wie zufrieden waren Sie selbst damit?

Axel Hecklau: Es war ein tolles Erlebnis und eine große Ehre mit dabei gewesen zu sein. Die Vorbereitungen waren teilweise recht anstrengend, besonders, um das vorgegebene Zeitlimit zu erreichen. Ich hatte schon Schwierigkeiten, die zehn Minuten bei der FISM zu realisieren — für Penn & Teller musste ich unter fünf Minuten liegen.

In der letztendlich ausgestrahlten Version fehlen darüber hinaus noch zusätzlich einige Textzeilen und Gags. Das merke zwar nur ich, aber durch die vielen Schnitte kann nun auch der Eindruck entstehen, dass tricktechnisch relevante Momente eliminiert wurden, was nicht der Fall ist. Alles in Allem bin ich aber sehr happy!

Was hätte besser laufen können oder müssen, um die beiden möglichst zu “foolen“?

Bei „Fool Us“ gibt es keine klaren Regeln, deshalb ist es auch sehr schwer vorherzusagen ob eine Routine täuscht. Eric Mead hat es in seiner Performance genau richtig gemacht: Er hat vorher definiert, welchen Teil seiner Vorführung sie herausfinden müssen – das war perfekt. Im Nachhinein bin ich nicht mehr ganz sicher, ob ich Penn bei seiner recht vagen Andeutung richtig verstanden habe und ich sie nicht eventuell doch getäuscht habe. Was ich hätte anders machen können? Ich hätte Penn bitten sollen, seine Vermutung etwas zu präzisieren.

Wie kam es zu Ihrem Auftritt? Haben Sie sich selber beworben, wurden Sie empfohlen oder “gescouted”?

Ich hatte vor drei Jahren eine Idee für ein Kunststück, die ich mir bei „Fool Us“ gut vorstellen konnte. Leider passte das „Bild“ damals nicht, da es — obwohl ein völlig anderer Effekt — zu ähnlich zu einer gerade gesendeten Darbietung war. Aber der erste Kontakt war so entstanden. Dann habe ich 2018 die Produzenten bei einem spanischen Zauberfestival getroffen, und wir kamen erneut ins Gespräch. Ich habe ihnen zwei Vorschläge gemacht, die sie beide gut fanden.

Und wie fiel dann die Entscheidung für die “Führerscheinwanderung” mit Teller?

Ich habe meinen Favoriten etwas „forciert“, mit dem sie letztendlich einverstanden waren. Dass ich Teller als Mitspieler auf der Bühne hatte, haben wir erst in der ersten Probe vor Ort entschieden.

Wie haben Sie sich speziell auf diesen Auftritt in englischer Sprache vorbereitet? Und was musste an der Routine verändert werden?

Meine Darbietung musste ich ja schon für die FISM Europe und die Weltmeisterschaft in Busan auf Englisch zeigen, deshalb war das kein Problem. Den Mittelteil mit meinem Rubik‘s Cube-Effekt musste ich weglassen und einen anderen tricktechnischen Weg finden, um eine bestimmte Bewegung zu motivieren. Alle Plastikkarten mussten aus Copyright-Gründen neu gestaltet werden, und auch den Umschlagständer habe ich für „Fool Us“ neu konzipiert. Man sieht: Da steckt Arbeit drin!

Wie lief die Unterstützung und Beratung vor Ort ab?

Michael Close ist hinter den Kulissen für die Beratung zuständig und der Einzige, der das genaue Trickgeheimnis kennt. Mit ihm hat man einen oder zwei Tage vor der Aufzeichnung eine Probe, bei der man die Routine eventuell noch etwas „fernsehtüchtiger“ macht, also Gags durchspricht, wer einem am besten assistiert, wie man mit den Kameras umgeht etc.

Bis zur 6. Staffel hat er mit Johnny Thompson im Team zusammengearbeitet. Leider ist Johnny bei der Arbeit an der Staffel zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden. Ich hätte mich sehr gefreut, ihn (wieder) zu treffen und mit ihm aktiv an meiner Darbietung zu arbeiten. Leider ist er dann an dem Tag, an dem ich zurück nach Deutschland geflogen bin, verstorben. Sein Tod ist ein herber Verlust für die Zauberkunst.

Die Aufzeichnung der Sendung ist ja schon einige Monate her. Wie schwer war es, nicht darüber sprechen zu dürfen?

Vertraglich ist man ja verpflichtet die Klappe zu halten – aber das wird mit zunehmender Zeit leichter und andere Projekte werden wichtig. Letztendlich kam dann die Ausstrahlung aber auch viel früher, als ich erwartet hatte.

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Wie geht es nun weiter? Streben Sie einen zweiten Anlauf bei Penn & Teller oder in einer anderen Castingshow an?

Zwei Tage nach der Ausstrahlung haben mich „America‘s Got Talent“ und „Das Supertalent“ angefragt. Ich habe aber kein Interesse, mich von irgendwelchen Promis „beurteilen“ zu lassen oder der Fernsehmaschinerie auszuliefern. Da ich nicht das Ziel habe berühmt zu werden, bin ich auf das Fernsehen zum Glück nicht angewiesen. Bei „Fool Us“ war ich sicher, dass hier im Vordergrund steht gute Zauberkunst zu zeigen. Bei den Castingshows geht es um etwas ganz anderes.

Zu noch einem Anlauf bei Penn & Teller hätte ich schon Lust. Es war ein tolles Erlebnis — allerdings braucht man dafür eine gute Idee. Und die wächst bekanntlich nicht auf Bäumen!

Wird Ihr gezeigter Trick bald auch vermarktet werden?

Ich habe sehr viele Anfragen bekommen, ob ich meine „Lost & Found“-Routine veröffentlichen würde. Ich werde es wohl nicht machen. Schließlich habe ich bereits eine ganze Menge aus meinem aktiven Repertoire geteilt — ein paar Dinge möchte ich da schon gerne nur für mich behalten wie z.B. meine Linking Cards, mein Rasierklingen-Essen oder meine Eierbeutel-Routine. Nächstes Jahr gehe ich auf meine vierte Deutschland-Seminartournee. Da gibt es dann viele (andere) schöne “Schmankerl”!

Vielen Dank für das Gespräch, Axel, und weiterhin viel Erfolg!

(Interview: Jan Isenbart)

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Zum Anschauen: Axel Hecklaus Auftritt!

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In der aktuellen Folge des Trickverrat-Podcasts von Ingo Brehm und Albin Zinnecker spricht Axel Hecklau ausführlich über seine Erfahrungen bei „Penn&Teller: Fool Us“.

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Und hier geht’s zum Interview mit “Fool Us”-Kandidat Harry Keaton!


 

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