Well Said: Roberto Giobbi on “Getting Better”

EinsteinFormeln

In his latest “Secret Newsletter”, Roberto states:

I think it is one of the big frauds of our time to believe that one could get better at something by buying things. In my opinion one gets better by doing something differently.

Well said!

By the way, you may want to subscribe to his newsletter here.


 

Im Interview: Denis Behr

Behr

„Langzeit-Ziele sind nicht meine Natur

Denis Behr gilt als einer der führenden Kartenkünstler weltweit. Auch als Trickschöpfer, Autor und Seminarleiter genießt er großes Ansehen. Daneben betreibt er ein ständig wachsendes Online-Archiv zur Zauberliteratur, das frei zugänglich ist und für das er 2018 mit einem “Award of Merit” der Academy of Magical Arts ausgezeichnet wurde.

Hallo Denis, ich hoffe, du bist mit Herbert gut ins neue Jahr gestartet! Was steht denn bei euch demnächst so an, jetzt nach The Session und neben eurer regelmäßigen Show?

The Session war wieder ein schöner Kongress. Dort bin ich fast jedes Jahr, und ich finde, es hat dort eine entspannte Atmosphäre und in der Regel einige interessante Künstler. Die beiden Shows im Alexander Krist Theater, The King of Cards 1 & 2, werden weiter regelmäßig gespielt. Dann geht es bald auf den CardWorkshop in Nürnberg. Das ist ein jährliches Treffen für deutschsprachige, geladene Kartenzauberer, bei dem jeder einen Beitrag vorbereiten muss. Ich habe einen kurzen Vortrag über den Effekt “The Tantalizer” geplant. Zu diesem Effekt habe ich beim Recherchieren einen neuen Ursprung finden können, und eine Liste von über 130 veröffentlichten Varianten angesammelt. Die werde ich selbstverständlich alle mehrfach vorführen. Und dann stehen natürlich im Mai die Deutschen Meisterschaften in Fürstenfeldbruck an, auf die ich mich schon freue.

Gibt es einen zauberhaften Wunsch oder ein besonderes Ziel, das du in diesem Jahr noch erreichen möchtest? Und wie stehst du überhaupt zu Neujahrsvorsätzen?

Ich habe weder konkrete Vorsätze noch Ziele. Diverse Coaches, Motivationsredner oder Lebenshilfe-Ratgeber werden zwar nicht müde zu betonen, dass man sich solche setzen sollte – und dann vielleicht noch leichter erreichbare Zwischenziele auf dem Weg dorthin definieren muss –, aber nichts liegt mir ferner. Langzeit-Ziele oder gar eine “Bucket List” sind nicht meine Natur. Ich wurschtle vor mich hin, und es kommt immer wieder mal etwas dabei heraus oder auch nicht. Ich denke, das ist Typ-Sache. Aber ich habe für mich das Gefühl, so entspannter leben zu können.

Zu deinen schon lange laufenden Projekten gehört dein fantastisches Conjuring Archive. Was erwartet uns da Neues?

Neu ist nur der Newsletter, der unregelmäßig verschickt wird. Ich habe ein paar Sachen in der Entwicklung der Datenbank geplant, habe allerdings den Code schon längere Zeit nicht mehr angefasst. Ich gebe in letzter Zeit lieber neue Inhalte an, statt am System selbst zu arbeiten. Das wird jedoch bald mal wieder notwendig sein, und ich hoffe ich komme in den nächsten Monaten mal dazu. Das System zum Eingeben von neuen Büchern würde ich ganz gerne als erstes überarbeiten.

Du steckst da unglaublich viel Arbeit rein und auch in die Conjuring Credits. Warum sind dir Quellen und Credits so wichtig?

Es gibt dafür mehrere Gründe. Zum einen hilft es nicht, wenn altes oder bekanntes Material wieder und wieder veröffentlicht wird, nur weil jemand nicht wusste, dass es das schon gibt. Bevor man etwas veröffentlicht, muss man recherchieren, ob es neu ist und etwas taugt. Dann ist es ganz schlicht und ergreifend interessant, wie sich Tricks, Plot, Techniken oder Konzepte entwickelt haben, wie weit sie in die Vergangenheit zurückreichen und in welchen anderen Kontexten sie so verwendet wurden.

Vor allem aber werden damit die Zauberkünstler gewürdigt, auf deren Schultern wir stehen und aus deren Ideen und Kreativität wir uns bedienen dürfen. Nur dadurch bleiben deren Arbeit und nicht zuletzt deren Namen in Erinnerung. Dasselbe erwarten wir, wenn andere Ideen von uns verwenden oder weiterentwickeln: dass unser eigener Beitrag zur Zauberkunst nicht in Vergessenheit gerät oder gar verschwiegen wird, um sich mit fremden Federn zu schmücken.

Mal von deinem Gummiband-Buddy Herbert abgesehen, scheinst du eher der magische Einzelgänger zu sein, deine eigene One-Man-Show. Bist du nicht der Typ für zaubernde Ensembles, oder hat es sich bisher einfach noch nicht so oft ergeben?

Wir hatten tatsächlich im Theater längere Zeit zwei Shows, die wir in einem Team zu dritt gespielt haben. Sie hießen Magic Misch Masch (Teil 1 und Teil 2), und Jörg Alexander und Christian Münch waren die Mitstreiter. Das hat großen Spaß gemacht. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Shows im Team; da ich jedoch wenig Material für die große Bühne habe, ergibt es sich selten.

Was das Erarbeiten von Tricks angeht, bin ich tatsächlich eher ein Einzelgänger. Ich zeige Kollegen selten Sachen, die noch in Arbeit sind, sondern warte bis ich so weit bin wie ich alleine komme.

Laut deines Instagram-Accounts bist du auch als leidenschaftlicher Hobby-Konditor unterwegs. Siehst du da irgendwelche Parallelen zur Kartenkunst – Techniken, Klassiker, Variationen, Streben nach Perfektion etc. –, oder ist beides für dich „totally unrelated“?

Man kann zwischen jedem beliebigen Hobby und der Zauberkunst Parallelen ziehen, wie etwa die Stichpunkte, die du ansprichst. Allerdings ist so etwas oft an den Haaren herbeigezogen und wenig erhellend, wenn man sich nicht zufällig selbst für beides im Detail interessiert. Die Wahrheit ist, dass ich für mich selbst keinerlei Verbindung sehe. Mir macht beides eigenständig Spaß.

Noch größer scheint nur deine Leidenschaft für die eine oder andere Maß Bier zu sein. Nun ist dein Name ein – etwas holpriges Anagramm für „H., send‘ Bier!“ – Zufall oder Bestimmung?

Das ist ja offenbar der Beweis dafür, dass es Bestimmung sein muss! Ich habe tatsächlich erst in München angefangen, Bier zu trinken. 2001 bin ich nach München gezogen, und erst seit 2004 trinke ich überhaupt Alkohol. Ich trinke zwar gerne Bier und bemühe mich, kein Bier zu wenig zu trinken, aber sicher seltener, als es die Anzahl der Bierfotos auf Instagram suggerieren. Die Motivwahl dort fällt da teilweise eher in die Kategorie “Character Building”.

Behr_Bier
Screenshot Denis Behr Instagram Account

Das ist ja beruhigend zu erfahren! Du sollst auch die größten Hände in der Welt der Kartenkünstler haben. Ist das eher ein Vorteil, ein Nachteil oder völlig egal?

Wie alles hat es Vor- und Nachteile. Manche Techniken fallen leichter, ein paar auch schwerer, weil die Proportionen nicht stimmen. Und natürlich wird es von Zuschauern gerne erwähnt, dass man sicher so große Hände haben müsse zum Zaubern. Fast alles lässt sich mit jeder Handgröße bewerkstelligen. Mein Freund Pit ist in Sachen Handgröße eher das Gegenteil, und palmiert beispielsweise auch fleißig (und erfolgreich).

Welche deiner vielen Trickkreationen lässt dich bei der Vorführung ob ihrer Raffinesse innerlich am meisten schmunzeln?

Da gibt es einiges, und das wechselt auch. In letzter Zeit vielleicht “Mating Season”. Eigentlich führe ich nur Sachen vor, die mir gefallen. Ich bin in der Trickauswahl insofern relativ egoistisch, als dass ich meinen Geschmack über den des Publikums stelle. Ich denke mir, wenn ein Kunststück mir selbst gefällt, dass sich dieses Gefühl überträgt und auch die Zuschauer leichter mitzureißen sind als wenn ich angeblich super-kommerzielle Tricks vorführe, die mir keinen großen Spaß bereiten.

Und welchen Kartenklassiker hättest du selbst gerne erdacht?

Ich freue mich genauso darüber, wenn ich tolle Ideen von anderen Künstlern verwende, wie wenn ich Eigenentwicklungen vorführe. Daher hatte ich nie das Gefühl, dass ich etwas von anderen lieber selbst erfunden hätte.

Bitte kommentiere die folgenden Begriffe und Namen möglichst kurz und knackig: Trickkarten?

Jederzeit, wenn es sich lohnt.

Erdnase?

Keine Bibel.

Macarons?

Kann ich.

Behr_Macarons
Screenshot Denis Behr Instagram Account

Ganz offensichtlich! – Harry Lorayne oder Simon Aronson?

Aronson.

Zauberforen oder Instagram?

Darf man beides nicht zu ernst nehmen.

Kölsch oder Altbier?

Jeweils vier, bitte!

Bei nächster Gelegenheit sehr gerne! Zum Abschluss: Du findest immer so herrlich schräge Zitate in der Zauberliteratur. Hast du bitte noch so ein Schätzchen für uns parat?

Aus der Magischen Welt stammt diese bemerkenswerte und fragwürdige Beobachtung von Franz Kaslatter: „Erschreckend viele Kollegen beschäftigen sich mit der Zauberkunst hauptsächlich aus Angst. Die Furcht vor dem Gefühl, sich einmal ein Zauberkunststück nicht irgendwie erklären zu können, halte ich für einen der häufigsten Gründe, selbst Zauberkünstler zu werden.“

Vielen Dank, Denis, und weiterhin viel Erfolg!

(Interview: Jan Isenbart)


Zur Homepage von Denis Behr geht es hier, zu seinen nächsten Auftritten im Alexander Krist Theater hier.

Und hier ist ein kurzer Trailer für seine Show:

Video-Interview von Semjon Sidanov (2018):

Magischer Podcast-Interview (2017):


A Magic Square in Barcelona

For those of you who are interested in magic squares, here’s a fun fact: There is a magic square on the front of the world-famous and awe-inspiring Sagrada Familia basilica in Barcelona, Spain, which was envisioned by Antoni Gaudi. I happened to spot it on a recent trip to this magnificent city.

MagSquare

The numbers add up to 33 in the usual ways, which is supposedly the age at which Jesus Christ was crucified.

Second fun fact: If you look closely, you will realize that the creator had to cheat a little bit to make the magic square work. The numbers 12 and 16 are missing, and instead, the 10 and the 14 make a double appearance!


 

A Practical Close-up Box / Eine praktische Close-up-Box

Close-up Tray2

During a recent hotel stay I came across this coffee&tea tray in my room, and immediately I thought that this could serve as a practical close-up tool: it is light, yet sturdy; the faux leather design gives it a decent look; the drawer can hold several decks of cards and other props; and the recess on top could easily be filled with several layers of felt or billard cloth; the box could easily be carried around and placed on a bar or a dining-table; the performance area is big enough for a Chop Cup or a regular cups&balls set.

Maybe a helpful suggestion?

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In einem Hotelzimmer stieß ich kürzlich auf diese Kaffee&Tee-Box – und dachte sogleich, dass diese doch auch als praktische Close-up-Unterlage fungieren könnte: Sie ist leicht, aber stabil; der dunkle Kunstleder-Bezug macht sie ansehnlich; in die Schublade passen mehrere Kartenspiele und andere Accessoires; und die vertiefte Oberfläche lässt sich gewiss perfekt mit mehreren Schichten Filz oder Billardtuch auslegen; die Box ist tragbar und findet leicht Platz auf einem Bartresen oder vollen Esstisch; die Fläche ist groß genug für einen Chop Cup oder gar für ein nicht allzu großes Becherspiel.

Vielleicht eine Anregung?!


 

Zaubern für Blinde

Fingers

In der Online-Ausgabe des Spiegel stieß ich gestern auf diesen interessanten Beitrag, der das Leben eines besonderen Ehepaares – sie ist blind, er nicht – beschreibt. Der Ehemann ist Zauberkünstler Ralf Mittag, und er schildert hier auch kurz, wie er für Blinde zaubert.


 

Heinrich the Magic Hare (19)

HHKürbis

Just in case you have wondered what has happened to Heinrich the Magic Hare since his last appearance: Around Halloween, he got obsessed with the time-honored Mango Tree trick, but when he tried it, something went wrong big time! In fact, he had conjured up a major pumpkin which kept growing and growing and almost crushed him against the kitchen ceiling! Having overcome the shock, Heinrich decided to eat the evil pumpkin. The other day, he finally finished the task. He will need to get gym lessons now, but then he will be back in magic training, too, and continue his education as the premier magic assistant out there!


 

New Addition to My Collection

JFortuneVernon

Last year I was fortunate to snatch this lovely art work from fellow magician and painter Jay Fortune. Besides the delicate black ink lines I particularly like the fact that this Dai Vernon rendition was drawn on an original page from an old Genii magazine!

Check out Jay’s art work here – he also does pop art and “pet paw-traits”!


 

Gut gesagt: Teller

Teller

Hier einige sehr anregende Zitate von Teller, der kleineren – und eigentlich stillen – Hälfte des berühmten Zauberduos Penn&Teller – exzerpiert aus dem Interview, das Harry Keaton mit ihm geführt hat (siehe magie 1/2020). Lesenswert!

Eine Erklärung eines Zaubertricks besteht aus hässlichen, komplizierten Abläufen. Wir machen das Gleiche wie andere Künstler auch: Wir zeigen das Schöne und verbergen das Hässliche.

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Einer meiner Lieblingssätze ist, dass Magie nicht wirklich eine komfortable Kunstform ist. Du sitzt nicht im Publikum und lässt dich von Magie umspülen wie von sanfter Musik. Bei der Zauberei sitzt du immer auf der Stuhlkante: Was geht da gerade vor sich?

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Zauberei ist kein Selbstläufer im Fernsehen. Magie ist die ultimative Live-Erfahrung. Du willst es mit eigenen Augen sehen.

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Von den Zauberern, die in Fool Us auftreten, sind etwa 75 Prozent richtig gut. Und die anderen 25 Prozent kann man gut aussehen lassen.


 

MZvD Seminartouren 2020

Wien10_Koffer

Ihren Zauberkoffer packen für den Magischen Zirkel in diesem Jahr und gehen auf Tour:

  • Jakob Mathias (Februar)
  • Axel Hecklau (März/April/Mai)
  • Ponta the Smith & Ben Dagger (Mai)
  • Boris Wild (Oktober)
  • Miguel Angel Gea (November)

Wenn da nicht für jeden Geschmack etwas dabei ist, weiß ich auch nicht weiter…

Die genauen Termine und Orte gibt es dann beizeiten hier.


 

Magic Postage Stamps: Rosa & Janos Bartl

Bartl Marke Witt

In December 2019, Wittus Witt has issued a German postage stamp featuring famous past magic dealers Rosa & Janos Bartl. The stamp comes as one of many extras with Witt’s latest German publication, the A-B-C der Taschenspieler-Kunst. However, it is directly linked to Birgit Bartl-Engelhardt’s major Bartl biography, which came out – also published by Wittus Witt – just a few months earlier last year.